EU-Förderung für Autoren-Abzockerei

In einem Gratisblatt und im Internet inserierte ein „Verlag“ aus dem Burgenland, der ein Herz für Autoren haben will, munter seine Suche nach Manuskripten. Wer als potentieller Bestsellerautor aber mehr Informationen haben will, erfährt allerdings – fast – nix…

In den renommierten Verlagen stapeln sich die Manuskripte oder machen die Festplatten gerammelt voll, ein anderer „Verlag“ hingegen sucht Manuskripte. Die Verlagshomepage sieht viel versprechend aus, Ehrungen offizieller Stellen werden erwähnt, sogar die Europäische Union hat sich mit einer Förderung eingestellt.

Eine Förderung für den Verlag offenbar, denn die Autoren – die müssen erst einmal kräftig blechen, wenn sie publizieren wollen. Der Verlag, so ist dem kurzen E-Mail-Austausch zu entnehmen, verrechnet erst mal den Autorinnen und Autoren Produktionskosten. Die können, so haben Recherchen in Autoren-Foren ergeben, durchaus bis zu 30 Euro pro Seite betragen.


Was sich da als „Verlag“ präsentiert, ist offenbar keiner. Zumindest keiner, der den Begriff „Verlag“ verdienen würde. Denn „Verleger“ legen erst einmal alle Kosten aus und produzieren Bücher. In der Hoffung, dass sich diese quasi von selber verkaufen und die Investitionen Gewinn bringen.

Der „Verlag“, der um Manuskripte wirbt, ist – so die Eigendefinition – ein „Dienstleistungsverlag“.

Also ein Anbieter von Dienstleistungen rund um ein Buch, dass von den Autorinnen und Autoren zwar selbst finanziert werden muss, allerdings auch um den Preis, dass die Werknutzungsrechte auf den „Verlag“ übergehen.

Was egal ist, wenn das Buch floppt, aber dem Unternehmen Geld bringt, sollte sich herausstellen, dass ein Buch – auf Kosten und Risiko der Autoren produziert – zum Bestseller mutiert, ziemlich viel Geld bringt.

Im Klartext: Das Risikokapital bringen die Autoren ein, die Gewinne gehen an den „Verlag“.

Da fährt man wohl besser bei jenen Anbietern, die klar die Bedingungen und eine Preisliste im Internet kommunizieren und bei denen man die voraussichtlichen Kosten bereits im Vorfeld abklären kann.

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Schlagworte: Abzocke, Abzockerei, Cerlag, EU-Förderung,

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