Europa kauft nicht mehr bei Juden. SPAR auch nicht.

Man kann und soll natürlich genau die politische Entwicklung im Nahen Osten beobachten. Derzeit scheint es neuerdings eine Art Boykott zu geben, der sich gegen Israel richtet. An dem sich auch die Handelskette SPAR beteiligt. Mit einem Verzicht auf „Schnittlauch aus Israel“.

Strenge Einfuhrregelungen für Schnittlauch aus Israel soll mehr Menschnlichkeit in den Nahen Osten bringen. Was für die Kinderarbeit im fernen Südostasien wohl weniger streng genadhabt wird...

Strenge Einfuhrregelungen für Schnittlauch aus Israel soll mehr Menschnlichkeit in den Nahen Osten bringen. Was für die Kinderarbeit im fernen Südostasien wohl weniger streng genadhabt wird…

Schwerst verletzte Kinder, die ihre Gliedmaßen bei der Produktion von Feuerwerkskörpern und anderen Knallprodukten verlieren: Egal. Markenturnschuhe oder Fußbälle, ebenfalls von zarten Kinderhänden gefertigt: Auch egal. Die sind weit weg, nämlich irgendwo in Asien, vornehmlich in Indien und Pakistan.

Smartphones, die von schwer ausgebeuteten Menschen, die unter beinahe sklavenartigen Bedingungen arbeiten müssen, importieren wir ebenfalls hemmungslos. Auch wenn es bei diesen Fabriksarbeitern zu einer Reihe von Selbstmorden kommt.

Dazu kommen jene Produkte, die unter abenteuerlichen Bedingungen in den verschiedenen Staaten gewonnen werden und auf Kosten der dort lebenden Einwohner und deren Umwelt unser Leben bereichern sollen. Da darf man durchaus die Ölförderung nennen, die ganze Landstriche ruiniert. Oder die gut klingende Produktion von Rohstoffen für die Produktion von alternativen Ökospritsorten, Lebensmitteln oder die Industrie, die ebenfalls ganze Regenwälder in Plantagen verwandelt und den Artenreichtum drastisch reduziert.

Sehr selten kommen Bilder aus diesen Gegenden auf unsere Bildschirme oder in unsere Zeitungen. Zumindest gemessen an jenen aus dem Nahen Osten, die beinahe täglich unsere Wahrnehmung erreichen.

Also scheint man in der EU, besonders eifrig auch in Österreich, Israel als neuen Schurkenstaat zu identifizieren, den man hart boykottieren muss. Zum Beispiel, in dem man strenge Regelungen einführt, woher die Orangen oder der Schnittlauch genau kommen müssen, damit sie auf unseren Tischen landen dürfen. Was man mit der Postleitzahl der Produzenten zu kontrollieren gedenkt, die deklariert werden muss.

Dass die Siedlungspolitik der israelischen Regierung durchaus zu diskutieren ist, ist schon klar. Die Art jedoch, wie dies geschieht, muss man ebenso hinterfragen. Nicht im Konnex des Antisemitismus, sondern im Zusammenhang mit all den anderen Produkten, die aus Diktaturen oder Staaten kommen, in denen westlich-raubkapitalistische Interessen zu unmenschlicher Ausbeutung der Menschen und vor allem auch vieler Kinder führen.

Dass nun allerdings der Einfuhrstop für „Schnittlauch aus Israel“ als humanistisch- politische Waffe gelten soll, verwundert allerdings.

Weil es scheinbar dem Motto dient: Die EU kauft nicht bei Juden. Was zumindest der Alltagshändler SPAR befolgt und sogar offen zugibt. Wenn auch wahrscheinlich nicht freiwillig.

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Schlagworte: Österreich, Boykott, EU, Gesetz, Handel. Embargo, Israel, Medien, Menschenrecht, Politik,

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4 Kommentare zu Europa kauft nicht mehr bei Juden. SPAR auch nicht.

  1. Brigitte Steiner sagt:

    Wenn das stimmt, finde ich es sehr bedenklich. Finde ich sollte man öffentlich
    diskutieren.

  2. mantona sagt:

    immerhin führt er noch Produkte vom NENI

  3. Herrmond Gubler sagt:

    Also Israel=Juden? Dies ist mir zu einfache Denke! Ausserdem: Ist das hier jetzt ein Votum gegen kritischen Konsum? Ich kaufe schon seit Jahren nichts aus Israel, genau weil ich die Siedlungspolitik unmenschlich finde. Aber das hat nichts mit den Juden zu tun. Ausserdem wohne ich in Österreich und bin kein Katholik, ist das jetzt antichristlich?

  4. Bonny sagt:

    wenn’s irgendwie geht, kaufe ich auch keine Produkte aus Israel. Wer einen Teil seiner Bevölkerung so benachteiligt und unterdrückt wie die Juden die in Israel noch lebenden Araber, wer sie aus dem politischen Geschehen im Land komplett ausschließt, und durch seine Unnachgiebigkeit schon jahrelang sämtliche Friedensbemühungen boykottiert, dessen Land Produkte muss ich nicht kaufen. Damit will ich nicht ausdrücken, dass jetzt die Palästinenser die „Engeln“ wären oder so – Terrorismus ist niemals zu entschuldigen..Produkte aus Palästina würde ich auch nicht kaufen – aber die gibt es eh nicht. Ich denke mal, SPAR sucht verläßliche Lieferanten – die entsprechende Mengen auch liefern können – mit einem Boykott von Israel hat das wahrscheinlich gar nichts zu tun…eher mit den spezifischen Lieferanten

    Lieber Suderer – aus einer so lapidaren Sache ein politisches Statement herauszulesen- das greift echt sehr kurz! Hast Du ECHT untersucht – ob auch ANDERE israelische Produkte bei SPAR plötzlich nicht mehr zu haben sind?

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