Fotografie: Offener Brief an Herrn BIM KommR Ernst Strauss

Sehr geehrter Herr Bundesinnungsmeister, Kommerzialrat und Meisterfotograf Ernst Strauss!

Mit großer Verwunderung habe ich ihre via APA-OTS verbreitete Presseaussendung zum Urteil des Verfassungsgerichtshofs gelesen. In diesem Urteil wird festgehalten, dass der Zugang zum Gewerbe der Fotografen frei ist und keinerlei Einschränkungen unterliegt, also kein reglementiertes Gewerbe ist.

Meisterfotografen

Das hat Sie offenbar so erschüttert, dass Sie sich nun als eine Art Konsumentenschützer im Namen der Innung und deren Mitglieder dagegen aussprechen. Mit Argumenten, die ich nicht nachvollziehen kann und auch gar nicht will.

Es bleibt Ihnen selbstverständlich unbenommen, sich als Privatperson zu äußern. Als Zwangsmitglied der Innung hingegen spreche ich Ihnen allerdings die Legitimation ab, dies in Ihrer Funktion und daher – auch – in meinem Namen zu tun.

Vor allem auch deshalb, weil Sie mit Ihren „Argumenten“ in eine polemische Trickkiste greifen, die ich als unanständig empfinde. Unanständig aus mehreren Gründen, die ich Ihnen gerne näherbringen will.

1.

Sie schreiben: „Anders als der Freizeitfotograf verfügt der geprüfte Meisterfotograf über das notwendige Wissen und die Fähigkeit, einen Auftrag des Kunden zu dessen Zufriedenheit durchführen zu können.“

Dazu darf ich Ihnen mitteilen: Jene, die Sie als „Freizeitfotografen“ bezeichnen, sind keine Hobbyknipser, sondern ernsthaft arbeitende Menschen, die viel Geld in Ausrüstung und Ausbildung (ja, es gibt auch sehr gute Möglichkeiten abseits der Lehrlingsausbildung!) investiert haben und auch Sozialversicherungsbeiträge und Steuern zahlen.

Im Gegensatz kann ich Ihnen gerne viele Beispiele von amtlich legitimierten „Fotografenmeistern“ liefern, die nicht einmal den Begriff „Knipsbild“ verdienen. Dazu zählen haarsträubende Bildbearbeitungen, Lichtsetzung, wie sie bereits in den 60er-Jahren des vorigen Jahrhunderts als altmodisch bezeichnet wurde, Wahl von Requisiten, die man nur als Scheußlichkeit bezeichnen kann, Posen, die garantiert niemals in ernst zu nehmenden Zeitungen oder Magazinen abgedruckt würden oder Perspektiven, die das Wort nicht verdienen.

2.

Sie schreiben auch: „Immerhin gehe es darum, unwiederbringliche Ereignisse durch Fotos und (Video-)Filme als persönliche Erinnerungen für den Kunden festzuhalten, was entsprechende fachliche Kenntnisse voraussetzt.“

Geehrter Herr Kommerzialrat, ich hoffe, Sie meinen den Punkt „Videofilme“ nicht wirklich ernst. Ich habe mehr als zwei Jahrzehnte Erfahrung als Gestalter, Regisseur und Redakteur gesammelt. Ich kenne keinen „Fotografenmeister“, der sich in dieser harten Branche einen Namen gemacht hätte. Allerdings habe ich sehr oft zumindest geschmunzelt, wenn ich die „Meister“ beim Abfilmen von Hochzeiten oder ähnlichen beobachten durfte. Das war „Freizeitvideofilmerei“ vom schlechtesten, das ich sehen durfte. Das haben engagierte Amateure in vielen Fällen wesentlich professioneller gemacht.

3.

Sie schreiben (über Ausbildung): „Ohne diese Sicherheit müssen sich Kunden von nun an für jeden fotografischen Auftrag die dazu befähigte Firma suchen, z.B. für Passbilder die Firma X, für Portraits die Firma Y, für Werbung die Firma Z – eine Lösung, die den Konsumenten verwirrt.“

Geehrter Herr Bundesinnungsmeister, meinen Sie das wirklich im Ernst? Das würde bedeuten, dass ich Sie, als geprüften Meister, engagieren könnte, um einerseits Passbilder, andererseits Portraits oder Werbeaufnahmen, alles natürlich in absoluter Topqualität mit Garantie zu bekommen? Vielleicht sogar einen Werbespot fürs Fernsehen dazu? Wenn Sie und auch die anderen Meister all dies können, dann gratuliere ich. Ich bin aber sicher, dass Sie mir keinen nennen können, der alle diese Qualifikation hat.

4.

Sie schreiben: „Wir werden alle Maßnahmen prüfen, die Qualität der Fotografen im Interesse der Kunden auch für die Zukunft zu sichern.“

Fein. Beginnen Sie damit. Jetzt. Vor allem bei jenen „Meistern“, über die Konsumentenschutzorganisationen stöhnen, bei jenen, die via Gutscheinaktionen Kunden schlecht behandeln, bei solchen, die Knipsbilder als Meisterfotos auf den Webseiten präsentieren oder jenen, deren meisterhafte Arbeiten vollkommen unbrauchbar für den Abdruck in Medien sind. Angeblich sind sogar welche dabei, die eine Funktion in einer der Innungen haben. Aber das können Sie sicher selbst mit Hilfe von Google herausfinden.

Erlauben Sie, geehrter Herr Strauss, mir bitte noch einige Anmerkungen.

Ich bin seit mehr als 40 Jahren in der Kommunikationsbranche tätig. Vorwiegend in den Bereichen Werbung und Journalismus. Ich habe die Paradigmenwechsel der letzten Jahrzehnte erlebt, habe gesehen, wie ganze Berufsgruppen aussterben oder sich verändern (Schriftsetzer, Druckformenhersteller etc.), ich habe den Wechsel von der analogen Fotografie zur digitalen miterlebt und ich habe wie viele andere tausende Stunden investiert, um mich den neuen Produktionstechniken bedienen zu können. Ich habe auch als Journalist meine eigenen Geschichten mit Fotos dokumentiert. Dazu gehörte früher die Arbeit in der Dunkelkammer der Redaktion, nun die auf dem Bildschirm.

Ich habe auch in unzähligen Fällen Bilder für die Redaktionen eingekauft. Bei Agenturen (auch solchen, über die Amateure sehr gute Bilder vertreiben) und auch bei Fotografen. Allerdings waren selten Meister dabei. Dafür Journalisten, die gute Bilder hatten. Oder Künstler. Mitunter auch ambitionierte Amateure, die höchste Qualität vorweisen konnten. Aus diesen und anderen Gründen irritiert mich Ihre Presseaussendung daher besonders. Vielleicht bin ich nun ein wenig ungerecht, aber Ihre Aussendung hat mit das Wort „Besitzstandsverwahrer“ wieder in Erinnerung gebracht. Und mich an mein (nicht abgeschlossenes) Studium an der Universität Wien erinnert. Um genau zu sein an eine Vorlesung im Bereich der Sozialgeschichte Österreichs. Um ganz genau zu sein an ein Zitat aus dem Lehrbuch von Univ. Prof. Dr. Ernst Bruckmüller über die Entstehung der Interessenvertretungen:

„Ein weiterer Schritt zur Beschränkung der Handwerke im Sinne der Sicherung der ,Nahrung’ für die bereits bestehenden Betriebe war die Schließung, also die zahlenmäßige Begrenzung. Erstmals begegnet sie ausdrücklich in der Ordnung der Fütterer in Wien 1368.“

(Quelle: Bruckmüller, Ernst, Sozialgeschichte Österreichs, Herold Verlag, 1985, Seite 151)

In diesem Sinne heiße ich Sie, Herr Bundesinnungsmeister, herzlich willkommen im Jahr 1368!

Mit freundlichen Grüßen,

Christian M. Kreuziger
Journalist | Werbekaufmann | Berufsfotograf | Autor | Regisseur

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Schlagworte: Österreich, Ernst Strauss, Fotografie, Gesetz, Innung, Medien, photography, Wien, Zwangsbeglückung,

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14 Kommentare zu Fotografie: Offener Brief an Herrn BIM KommR Ernst Strauss

  1. Ich möchte mich jeder Silbe dieses Briefs ausdrücklich anschließen. Während ich gestern auf meinem Blog angefangen habe, die bisher von der Innung verhinderten aufstrebenden Fotografen dabei zu unterstützen, sich jetzt auf den Weg zu machen, hab ich diese OTS entdeckt und mir war selbst schon danach einen Brief an Sie zu verfassen, Herr Bundesinnungsmeister. Ich hätte das aber nicht besser und treffender schreiben können, also betrachten sie das hier als meine Unterschrift unter diesen Brief.

    Es ist trotz allem nach wie vor traurig, dass sie sich Interessensvertretung nennen dürfen. Denn wenn sie eine Aufgabe bisher noch nie erfüllt haben, dann war das die Interessen ihrer Mitglieder zu erkennen, geschweigedenn zu vertreten. Es ist ein schöner Tag für die Fotografie, da ihnen endlich die Handhabe entzogen wurde, noch weitere Jahrzehnte zu verhindern.

  2. susanne schaufler sagt:

    Schließe mich meinem Vorschreiber vollinhaltlich an!

  3. Ja, ja, ja… ALLE Meister sind schlechte Fotografen – ich kann das echt nimmer hören!!! Irgendwann muss doch Schluss sein. JETZT kann es ja jeder selber beweisen, dass er oder sie um soooooo vieles besser ist 😉

    In diesem Sinne – Frohe Weihnachten!

  4. Darf der geschätzten Gerda Ringwald versichern: lesen hilft. Es ist nicht von „allen Meistern“ die Rede, sondern nur von jenen, die schlechte Arbeit liefern, über die es berechtigte und vor allem zahlreiche Beschwerden gibt und die sich nun vor den neuen Kollegen fürchten. Abgesehen davon: Nur ein geringer Teil der Innungsmitglieder sind Fotografenmeister, die Mehrheit arbeitet im Presse- und Fotodesignerbereich.

  5. alfred pany sagt:

    Dankt für die wunderbaren Ausführungen im offenen Brief an den Herrn Bundesinnungsmeister der bislang „geschützten Werkstatt“ der Meisterfotografen!
    Mit vielen lieben Grüßen und besten Dank
    Alfred Pany

  6. Maxl sagt:

    Da ich mich von der Innung nicht vertreten fühle, sehe ich es auch nicht ein, warum ich einen Beitrag dazu zahlen soll. Eigentlich muss ich auch die bis jetzt geleisteten Beiträge zurückfordern!

    MfG
    Maxl

  7. Ich bedanke mich für diesen offenen Brief, er spricht aus meiner Seele.

  8. Jan sagt:

    Hallo Christian,

    ich teile im großen und ganzen deine meinung. ich gebe nur zu bedenken das du „anprangerst das es möglicherweise fotografenmeister geben könnte die passbilder, hochzeiten und werbung abbilden könnten weil das „below the line“ eigentlich nicht machbar ist. im gleichem atemzug schreibst du das du Journalist | Werbekaufmann | Berufsfotograf | Autor UND Regisseur bist… 🙂

    Spezialisierung ist wichtig und notwendig. allerdings halte ich es für vermessen etwas anzuprangern was man selbst lebt. bitte nicht persönlich nehmen, es fiel mir nur beim lesen deines beitrags ins auge und das bedeutet nicht das ich, mit ausnahme dieses einen faux pas, deinen beitrag nicht abnicke 🙂

    Allerdings gebe ich zu das Herr Strauss mit diesem „blöden“ Kommentar und der favorisierung eines „Krämmerladens“ begonnen hat 🙂

    cheers,

    –jan

  9. Melitta Schmutzer sagt:

    Ich finde das sehr gut was in den letzten Tagen passiert ist – Österreich entwickelt sich auch weiter ;-)… und es wird so wie in vielen anderen Ländern sein, ob „Meister“ oder „nicht Meister“ ob „Amateur“ oder „Künstler“ – die Kunden/Zielgruppen werden dorthin gehen wo sie sich am wohlsten Fühlen und Vertrauen haben. Und die besten Fotografen werden, wie in vielen anderen Berufsfeldern, sich behaupten können und am Markt überleben können… und die Gegner von der Veränderung sollten und müssen einsehen, dass ihr „Geschäft“ nicht mehr so laufen kann wie vor 30 oder 50 Jahren. Die Technik und Menschen machen immer neue Fortschritte und dass ist gut so.

  10. Wir leben in einer Demokratie, wo freie Meinungsäußerung Basis sein sollte. Einschränkungen in einem Beruf, wo weder Leben noch Gesundheit in Gefahr sind, habe ich immer für falsch empfunden. Gute Arbeit wird auch dementsprechend belohnt. Darum finde ich es auch gut, dass sich das Gesetz an die Zeit anpasst. Ich hoffe, dass so die Schwarzarbeit gesenkt wird und ein ordentlicher Umgang mit dem Mitbewerb und vor allem Respekt vor dem „Kollegen“ Usus wird. Abgesehen profitiert die Innung durch viel mehr Beiträge und kann so die Fotografenbranche durch mehr Geldmittel vielleicht auch beliebter machen. In den USA zb ist ein Fotograf hoch angesehen, bei uns empfinden viele Fotografen als leidige „Knipser“, die viel Geld kosten – da ändert auch ein Titel wie „Meisterfotograf“ nichts.

    Leben und leben lassen, leistungsgerechte Honorare und ein nettes Miteinander, das sind meine Weihnachtswünsche.

    Euer Manfred Scheucher

  11. Monika Aigner sagt:

    Wie es aussieht bin ich eine der wenigen, die nicht hocherfreut ist über die Situation, dass das Fotografengewerbe nun frei ist.
    Ich denke, dass einige nicht ganz verstanden haben worum es hier geht.
    Natürlich gibt es Meisterfotografen, die „nicht gut“ sind und es gibt Hobbyfotografen, die unglaubliches Talent haben. Wobei ich anmerken möchte, dass letztendlich immer der Kunde entscheidet was ihm gefällt und was nicht. Der Kunde sieht nicht, ob ein Bild technisch richtig gemacht wurde und es interessiert ihn auch nicht. Es muss einfach nur gefallen. Es ist genau so simpel wie es klingt. Natürlich gibt es Fotografen, die seit 30 Jahren ihren Stil beibehalten und sich nicht weiterentwickelt haben. Aber es gibt Kunden, die genau das möchten. Nicht jeder will sich ausgefeilte Bildkompositionen ins Wohnzimmer hängen. Viele möchten einfach nur ein nettes Familienfoto für die Oma zu Weihnachten. Die Diskussion ob jemand gut oder schlecht ist, ist also irrelevant.
    Das „Problem“ sind „Fotografen“ die irgend einen Beruf haben (Beamter, Friseur, Ingenieur, Arzt,… was auch immer), von Montag bis Freitag zur Arbeit gehen und ein geregeltes Einkommen haben. Die an den Wochenenden ausziehen um Hochzeiten, Portraits, oder Veranstaltungen fotografieren um wenig Geld. Diese Leute müssen nicht kalkulieren. Deren Existenz hängt nicht davon ab. Anders ist es beim Vollfotografen. Der hat diesen Beruf erlernt und irgendwann den Meister gemacht. Salopp ausgedrückt kann der nichts anderes.
    Ich selbst habe auf Grund meiner Liebe zur Fotografie mit 28 noch eine Lehre gemacht, bin mit den Kids in der Berufsschule gesessen und habe die Lehrabschlussprüfung und im Anschluss Unternehmer- und Meisterprüfung gemacht. Weil ich es einfach richtig machen wollte. Ich habe jahrelang kaum etwas verdient und sehr viel Zeit und Geld investiert um meinen Traum zu verwirklichen. Aus diesem Grund habe ich absolut kein Verständnis dafür, wenn jemand diesen Weg – aus welchem Grund auch immer – nicht gehen will bzw. verweigert und es vorzieht aufzuschreien, wie ungerecht nicht die Welt sei.
    Immer wieder bin ich mit Hobbyfotografen konfrontiert, die bei Veranstaltungen jeglicher Art gebucht werden. Vor kurzem erst hat mir eine Hochzeit abgesagt, weil ich „zu teuer“ bin, obwohl nie nach einem Preis gefragt wurde. Das macht jetzt die Cousine vom Bräutigam. Oder eine große Veranstaltung, wo meine Mitarbeiterin gefragt wurde, ob sie fotografieren möchte. Als sie geantwortet hat:“ ja, aber nur über die Firma“, kam wieder die Antwort „zu teuer“! Natürlich hat auch hier niemand nach dem Preis gefragt. Da hat dann eben einer aus dem Fotoclub (oder was weiß ich) gemacht.
    Und das sind nur zwei Beispiele. So geht es das ganze Jahr über. Und ich möchte es noch einmal betonen: Meine Existenz und die meiner Familie hängt von meiner Arbeit ab! Natürlich habe ich höhere Preise, als jemand der ab und zu am Wochenende mal etwas fotografiert. Ich habe ein Studio und eine Mitarbeiterin. Ich habe Fixkosten! Ich muss kalkulieren. Ich muss über jeden Auftrag den ich bekomme froh sein. Nicht, weil ich so „schlecht“ bin oder so unsympathisch oder so kundenunfreundlich. Weil da draussen jede Menge Hobbyknipser lauern, die für wenig Geld Ihres Hobbys frönen.
    Wie wir ja mittlerweile wissen ist „Geiz geil“! Und wenn man schon für das Brautkleid € 10.000,- ausgibt, dann muss man ja zumindest beim Fotografen sparen.

    Und was ist mit der Ausbildung? Der Lehre? Der Lehrberuf Fotograf, wird über kurz oder lang verschwinden, weil es keine Ausbildungsbetriebe mehr geben wir und weil man ja keinerlei Ausbildung mehr braucht. Man kann jetzt schon beobachten, dass die Lehrlinge immer weniger werden. Jeder der eine Kamera halten kann und sich eine leisten kann, kann nun hochoffiziell fotografieren.

    Österreich mit Amerika zu vergleichen ist ein bisschen weit her geholt. Ich habe ein halbes Jahr in den Staaten bei einer Hochzeitsfotografin gearbeitet und sehr gut mitbekommen, wie es da abläuft. Das Geschäft ist irrsinnig hart und dort muss man sich wirklich sehr stark von seinen Mitbewerbern abheben um Aufträge zu bekommen, weil Geld dort keine Rolle spielt. Brautpaare verschulden sich hoch, wenn sie heiraten. Und dort zahlt man im Durchschnitt $ 6000,– für den Fotografen. Da kommen einem Beträge von bis zu $20.000,- unter. Das kann ich mir hier bei uns nicht vorstellen.

    Jaja, nur die Guten kommen durch und können sich behaupten. Und was ist mit denen, die vielleicht nicht so gut sind, aber trotzdem ihren Beruf leben und lieben? Und nichts anderes können oder wollen? Und was ist mit denen, die „gut“ sind aber deren Handwerk nicht geschätzt wird, weil ja eh jeder eine Kamera hat und ein paar Bilder machen kann. Und was ist mit denen die kalkulieren müssen und deshalb höhere Preise haben, die keiner Zahlen will, weil der Onkel Karli hat sich jetzt a super Kamera kauft die voll gute Bilder macht?

  12. Roland Lorscheid sagt:

    Zum Kommentag von Monika Aigner, der ich voll und ganz zustimme, und der Diskussion im allgemeinen.
    Ich bin ebenfalls, durch die individuelle Befähigungsprüfung, Fotograf. Ich kann auch Herrn Christian Kreuziger teilweise zustimmen. Ich habe zwar nicht die Lehre ergiffen aber einiges an Geld für das Erlernen des Berufes in die Hand genommen. Das mit den „schlechten“ Meistern, habe ich selbst schon erlebt und kann es nachvollziehen. Aber gibt es das nicht in jedem Beruf, wo „Armateure“ besser sind als Meister? Ich kenne auch welche, die den Umstieg auf Digitaltechnik noch immer nicht geschafft haben. Trotzdem bin ich gegen eine generelle Öffnung des Gewerbes. Es gibt zwar die, von Herrn Kreuziger erwähnten, fortgeschrittenen Armateure, aber auch das totale Gegenteil. Ein Beispiel das sich in einer Filiale einer Fotohandeslkette ereignet hat. Ein selbst ernannter „Fotograf“, aus gesundheitlichen Gründen Frühpensionierter Beamter kommt ins besagte Geschäft. Dialog mit Verkäufer: „Ich fotografiere eine Hochzeit und der Kunde will die Fotos auf USB-Stick. Was können sie mir empfehlen?“. „Diesen (2 GB)“. „Vieviele Fotos bekomme ich drauf?“ Verkäufer: „Häufig“. O. K. Über Umwege erfuhr ich, dass der „Fotograf“ gleich viel dafür verlangt wie ein Profi (von wegen billiger). Fazit: Der Mann ladet die jpeg´s von der Kamera auf den Stick – abgeliefert – kassiert und fertig. Wenn das die Zukunft der professionellen Fotografie sein soll, dann danke. Den meisten Kundinnen und Kunden kann man die Qualitätsbeurteilung wirklich nicht zumuten. Nach meiner Meinung gehört ein gewisses Maß an Ausbildung mit Prüfung auch zum Fotografenberuf. Es kann ja nicht angehen, dass ein „Fotograf“ nicht einmal die Dateigrößen seiner Digibilder kennt. Auch das Argument der Berufsausbildung kann ich nachvollziehen, sowie die Tatsache, dass ein Fotograf der ein Studio betreibt ganz andere Aufwände hat als ein Neuling mit einer 400 Euro Kamera. Ich selbst habe mein Gewerbe ruhend gemeldet und möchte nicht mehr mit Billigsdorfern konkurieren.

  13. Ich bin zwar etwas später dran, kann aber dem offenen Brief des Herrn Kreuzigers voll und ganz anschliessen. Ich stimme den Richtern voll und ganz zu, das wohl der Konsument selbst wird urteilen können ob er einen billigen Schund (oder auch teuren Schund ;-)) erwirbt oder mehr Geld für qualitativ gute Arbeit ausgibt.

    Ich sehe momentan keinen Grund, warum man das Gewerbe der Fotografie limitieren sollte. Gespannt bin ich allerdings auf die Reaktionen der Fachgruppen in der WKO. Auch ich werde demnächst als Nebengewerbe Fotografie anmelden (und ja, ich habe in Deutschland Medientechnik studiert, arbeite seit mehr als 30 Jahren als Amateur und verstehe vermutlich als Informatiker von der digitalen Fotografie mehr als die meisten, die einen Meisterbrief in Fotografie besitzen!).

  14. “Die ersten 10 000 Aufnahmen sind die schlechtesten.”
    Helmut Newton

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