„Gelbe Zettel“: Wie einen die Post pflanzt

Unsere Post ist zwar allseits beliebt, verärgert aber dennoch die Kunden und Nutznießer bis an die Grenze des erträglichen. Woran aber selten die Mitarbeiter schuld sind, sondern jene, die das System auf Gewinn maximieren. Was dazu führt, dass Briefe nicht zugestellt werden, sondern beim Postamt hinterlegt. Und immer öfter die Empfänger mit den gelben Zetteln zur Postfiliale rennen müssen, obwohl sie zu Hause waren.

Statt amtliche Briefe zuzustellen hinterlegen Postler regelmäßig die Verständigungszettel im Postkasten. Obwohl die Empfänger zu Hause sind. © Christian M. Kreuziger

Statt amtliche Briefe zuzustellen hinterlegen Postler regelmäßig die Verständigungszettel im Postkasten. Obwohl die Empfänger zu Hause sind. © Christian M. Kreuziger

Wir alle kennen das, oder kennen jemanden, der das kennt: Obwohl man zu Hause ist, findet man den berüchtigten „gelben Verständigungszettel“ im Postkastel, mit dem man dann die eingeschriebenen oder amtlichen Briefe vom nächsten Postamt abholen darf.

Der Neuigkeitswert dieser Beschreibung ist nahezu null, das ist gewiss. Weil das jeder, und zwar seit vielen Jahren, ständig erlebt oder aus dem Freundeskreis kennt.

Auch unsereiner ist davon immer wieder betroffen. Und letztens war der Unmut groß, weil gleich zweimal innerhalb weniger Tage der Postbote statt die Briefsendung zuzustellen den gelben Zettel ins Kastel geschmissen hat.

Wobei – das muss man auch festhalten – wahrscheinlich nicht die Zusteller zu faul oder zu dumm sind, sondern aus Gründen der Aktienwertsteigerung immer mehr in immer kürzerer Zeit erledigen müssen. Was man auch daran sehen kann, dass sie in ihren Postwagerln die mehrfache Menge als früher durch die Gegend transportieren.

Die telefonische Beschwerdestelle war nicht gleich erreichbar, aber das kennt man ja auch aus anderen Betrieben, die gewinnmaximiert arbeiten. Die Aufforderung, die Schriftstücke zuzustellen (weil man ja zu Hause war), wurde glattwegs ignoriert. Was nicht immer so war, das hat schon mehrmals funktioniert.

Nun gut, man versprach sich zu melden. Was man auch tat. Und zwar am 11. März. Der erste Anruf konnte nicht entgegen genommen werden, beim zweiten wurde – wie im iPhone klar gespeichert – drei Sekunden nach dem Abheben aufgelegt. Von der Dame der Beschwerdestelle.

Wahrscheinlich genügt das als interner Nachweis, mit dem Beschwerdeführer Kontakt aufzunehmen, und da die Anzahl an unzufriedenen Kunden recht groß sein dürfte, kann man sich auch nicht länger damit aufhalten.

Der

Der „No-na-Brief“: Was dier Dame von der Post schreibt, weiß man meistens. Dafür geht sie nicht darauf ein, dass die Schreiben hinterlegt wurden, obwohl man zu Hause war. © Christian M. Kreuziger

Wenig später trudelte dann ein Brief von Frau P. ein. Mit dem Hinweis, unsereinen nicht erreicht zu haben (was nur zum Teil stimmt) und dem Dank „für die Mitteilung“, die eigentlich eine handfest Beschwerde war.

Frau P., die Dame von der Postbeschwerdestelle jedenfalls, hat offenbar entweder den falschen Textbaustein für die Schimmelbriefe erwischt oder sie spielt gerne „stille Post“.

Denn die Beschwerde war darauf bezogen, dass die Zusteller nicht zustellen (obwohl man nachweisbar zu Hause war) und nicht auf das Faktum, dass die Übergabe von amtlichen Schreiben gesetzlich geregelt ist. Nona, so einfältig ist unsereiner ja nicht.

Frau P. wird demnächst ebenfalls Post von unsereinem erhalten. Erstens deshalb, weil man in diesem Unternehmen offenbar noch nichts von E-Mail-Adressen gehört hat und zweitens „eingeschrieben-eigenhändig-mit Rückschein-nicht an Postbevollmächtigte“. Damit Frau P., falls sie der Zusteller nicht gleich an ihrem Schreibtisch findet, auch ein wenig Freude damit hat, sich eine Briefsendung vom Schalter abholen zu dürfen.

Nur ihren Namen wird unsereiner – im Gegensatz zur Beschwerdestellenmitarbeiterin – richtig schreiben.

Demnächst – wahrscheinlich – mehr…

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7 Kommentare zu „Gelbe Zettel“: Wie einen die Post pflanzt

  1. Christian Rusa sagt:

    Ich rate mal; der Herr Kreuziger wohnt wahrscheinlich im dritten Stock ohne Lift.
    Zumindest wie ich so gewohnt habe, habe ich auch oft gelbe Zettel bekommen obwohl ich zu Hause war.
    Jetzt wo ich am Land wohne spielen die Paketdienste gerne mit mir das „Die-Adresse-gibt-es-nicht“ Spiel.

  2. Erwin Walter Salz sagt:

    Das Schöne an dem Thema, nein, das Traurige: jeder hat Erlebnisse zu berichten: Ich habe von der Firma DPD eine Benachrichtigungskarte erhalten (auch ich war zu Hause, aber egal), man hätte mich nicht angetroffen, mein Paket aber bei einem Nachbarn hinterlegt. In der Zeile wo eigentlich der Name des freundlicherweise übernehmenden Nachbarn sthene sollte, las ich folgende kryptische Zeichenfolge: „Eg. K.“ Es folgte fröhliches Suchen, beginnden im Erdgeschoß bei Frau K. (man ist ja schlau) – über sämtliche (innerhalb von 3 Tagen zu erreichende) 35 Parteien im Haus. Nichts. Erst eine Kopie der Karte und Aushang am schwarzen Brett half. Wobei, die NAchbarin aus dem Nebenhaus meinte nur, nein, gesehen hat sie den Zettel nicht, aber sie fährt jetzt auf Urlaub und hat sich mal selbst auf die Suche gemacht…

  3. Silvia K. sagt:

    Ich bin es ja schon gewohnt, dass der Zusteller an der Gegensprechanlage läutet und sich den Weg zur Wohnungstüre nur dann macht, wenn man binnen 5 Sekunden abhebt. Dass er aber trotz sofortiger Meldung an der Gegensprechanlage das Paket trotzdem nicht zur Tür bringt, schlägt dem Fass den Boden aus. Muss ich ab jetzt zum Postkasten kommen wenn der Postler ruft?
    Wir wohnen in einem Wohnhaus mit Aufzug, also muss der Zusteller keine Stufe steigen oder sich das Kreuz brechen, das letzte Paket hatte 1 kg. Jetzt muss ich zur Post fahren, wo kein Parkplatz zu bekommen ist, was jetzt mit Baustelle noch schlimmer wird. Die nächste Post im Donauzentrum mit Parkmöglichkeit zuzuweisen wäre wohl zu intelligent gewesen. Wir haben zuvor immer unsere Pakete von dort abgeholt.

  4. Serghi sagt:

    Leider hat die Post viele faule Mitarbeiter. Muss man dazu sagen dass die auch viel zum tun haben 😉 ….. wegen eine gelbe Zettel die nicht im Postkasten lag, muss ich jetzt 250€ zahlen. An das Postamt….BITTE… Ihr müsst etwas tun, oder auch nicht.

  5. Webi sagt:

    Wir haben hier das gleiche Problem und zwar gleich mehrere Leute. 9 von 10 eingeschriebene Briefe, da wird nur dieser gelbe Zettel in den Briefkasten gelegt. Wir haben sogar ein Kärtchen, welches wir an den Briefkasten hängen müssen, falls wir noch was brachen. Dieses wird vom Postboten ohne Beachtung einfach in den Milchkasten gelegt. Reklamationen über Reklamationen helfen alles nicht, mehrfach erhalten wir nicht einmal eine Antwort darauf. Dieser Zustand wird von Tag zu Tag schlimmer wir sind nun gleich weit wie in der Wüste. Ab Schluss können wir noch zum selben Preis unsere Briefe direkt beim Absender abholen.

  6. Siro sagt:

    Ich bin der Meinung das die POST ihre Mitarbeiter nicht richtig einarbeitet oder keine Zeit mehr hat dafür. Sie stellen nur noch faule Eier zu billigen Löhnen ein. Und die Alten die mal gut waren machen es den Neuen nach. Aber wer darunter leidet ist die ganze Bevölkerung. Wenn sie lieber Herr oder Frau Postbote nicht gerne arbeiten oder Ihnen ihre Arbeit bis zum Himmel stinkt….. dann geben sie die Stelle frei, für jemand der gerne arbeitet. Ich muss meine Arbeit auch gut erledigen sonst gibt es keinen Lohn ….

  7. cigany gypsy sagt:

    Ah nicht gut GElber Brief ist scheisse und ich hasse gelber Briefe!!!!!

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