Wien-Alsergrund: Eine Ladezone irritiert Anrainer

Trotz Parkplatznot hat die Stadt Wien eine Ladezone genehmigt. Für ein Süßwarengeschäft samt Mini-Supermarkt mit 20 Quadratmetern Verkaufsfläche in der Alserbachstraße.

Große Geschäfte in der Alserbachstraße in Wien haben keine Ladezone, ein kleines arabisches Süßwarengeschäft auf der anderen Straßenseite hingegen schon. Das irritiert die Anrainer und auch einige Gastronomen.

Anrainer zürnen ebenso wie Gastronomen, weil ein Süßwarengeschäft für arabische Spezialitäten eine Ladezone beantragt und genehmigt bekommen hat. In einer Gegend, wo Parkplätze rar und teuer sind. Nun formiert sich Widerstand, denn mit dem Argument fehlender Parkplätze wurde die Schanigarten-Genehmigung für einige Gastronomen verkürzt.

Die Gerüchteküche brodelt schon länger, nun ist es Realität: Das „Al Sharq“ hat ein Halteverbot erwirkt, das von Montag bis Samstag in der Zeit zwischen 9 und 18 Uhr gilt. Dieses Geschäft, das die ehemals von Spielhöllen dominierte Gegend aufwertet, hat vorwiegend Kunden aus dem arabischen Raum, die sich regelmäßig mit den süßen Köstlichkeiten und Backwaren eindecken. Fast alle kommen mit dem Auto, einige trinken auch einen Café und laben sich mit Mehlspeisen.

Diese Backwaren werden in der hauseigenen Bäckerei erzeugt, die in einer ehemaligen Pizzabäckerei am Spittelauerplatz angesiedelt ist. Von dort werden die Backwaren in die Alserbachstraße geliefert. Manchmal zu Fuß (genau 144 Meter) oder öfter per PKW (der muss für die gleiche Lieferstrecke 482 Meter zurücklegen).

Was vielen unverständlich ist: Auf der gegenüberliegenden Straßenseite gibt es viel größere Geschäfte, die regelmäßig beliefert werden. Das „Armin-Center“, in dem auf zwei Ebenen billige Haushaltswaren verkauft werden, ein „Euro-Shop“-Geschäft, das ähnliche Waren führt, einen russischen Supermarkt, der damit wirbt, mehr als 150 Wodka-Sorten zu führen und der bei in Wien lebenden Russen sehr geschätzt wird, und neben einem Schlüssel-Schuster auch das Lager eines Obst- und Gemüsegeschäftes.

Nur wenige Meter weiter bietet eine Apotheke Medikamente an, daneben ein Sparsupermarkt Lebens- und Putzmittel aller Art. Für alle diese Geschäfte gibt es (noch?) keine Ladezone.

Dass ausgerechnet für das Süßwarengeschäft eine Ladezone genehmigt wurde, bleibt manchen daher unverständlich. Und diese Unklarheit beflügelt die Gerüchtebörse. Wahlweise werden der Bezirksvorsteher-Stellvertreter oder ein Gemeinderat verdächtigt, aus nicht ganz uneigennützigen Motiven interveniert zu haben, andere wieder meinen, dass die Ladezone eigentlich als Kundenparkplatz dienen soll, weil ohnehin nicht gestraft wird.

Dass eine Ladezone generell allen Lieferanten dient und nicht nur jenen eines einzigen Geschäfts, das kann die Gemüter nicht wirklich beruhigen. Denn die wenigen Geschäfte und Gastronomiebetriebe in diesem Häuserblock scheinen diese Zone nicht zu brauchen.

Vollkommen unverständlich ist jedenfalls allen, die sich an den Suderer gewendet haben, dass diese Ladezone an sechs Tagen die Woche und auch den ganzen Tag über gilt. Denn selbst in der Fußgängerzone der Wiener Innenstadt mit den vielen und großen Geschäften und Betrieben müssen die Lieferungen in wenigen Vormittagsstunden erledigt sein.

Klarheit über die Hintergründe könnten die Politiker im Bezirk schaffen. Die verweigern allerdings, zumindest auf einschlägigen Facebook-Seiten, jeglichen Kommentar.

Vielleicht wird allerdings manches durch diesen offenen Brief klarer…

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