Weil Wahlkampf ist: Toleranz für Gehsteig-Radl-Rowdies

Die Damen und Herren Politikschaffenden wollen die Radl-Rowdies offenbar nicht verärgern. Denn bald sind Wahlen, und die Gruppe der Pedalritter wird immer größer.

Kümmern sich um keine Verkehrsregeln: Gehsteig-Radl-Rowdies

Wann immer ein Radfahrer oder auch eine Radfahrerin durch einen Unfall verletzt oder gar getötet wird, kommt die Forderung nach mehr und sichereren Radwegen. das ist auch richtig so. Allerdings: Ein nicht unbeträchtlicher Teil dieser Unfälle ist selbst verschuldet. Weil eine gar nicht so kleine Gruppe der Radler Verkehrsregeln konsequent ignorieren.
Rote Ampeln scheinen für Radler ebenso wenig Gültigkeit zu haben wie Nachrangtafeln.Im Rausch der Geschwindigkeit wird das Recht der Fußgeher konsequent ignoriert, weil auch auf dem Gehsteig – knapp zwei Meter neben dem Radweg – gerast wird. Das bringt einen Eissalon- und Pizzeria-Besitzer in der Wittelsbachstraße in der Leopoldstadt allmählich verzweifeln. Denn täglich werden Kinder, die sich ein Eis kaufen, auf dem Gehsteig durch die Radldeppen gefährdet. Eine Kellnerin wurde bereits verletzt, die Rettung musste sie ins Krankenhaus bringen und der Radler – nun, der war einfach davon geradelt.

Beschwerden werden von den lokalen Politikschaffenden ignoriert, finden zumindest die Anrainer

Gleich gegenüber bietet sich das gleiche Bild. Die fitnessbegeisterten Zweiraddeppen ignorieren die Radlwege auf beiden Fahrbahnen und brausen mit großer Freude auf dem Gehsteig dahin. Das gefährdet die Gäste eines kleinen Cafés ebenso wie die meist älteren Patienten, die sich aus der Apotheke ihre Arzneien holen.
Der Arzt und ein Gast im Liegestreik
Ein praktischer Arzt und ein Gast des kleinen Beisls, die innerhalb weniger Minuten gleich mehrere gefährliche Situationen beobachten mussten, protestierten auf ihre Art. Sie legten sich, sobald sich ein Gehsteig-Radl-Rowdy näherte, quer über den Gehsteig. Als friedliche Spontan-Protest-Demo. Das hat auch nicht geholfen.
Ebenso wenig wie die Beschwerde in der Bezirksvorstehung. Zwar wurde einmal kontrolliert, einen Häuserblock entfernt, gestraft wurde niemand und die Aktion war für die Katz‘. Was die Leute dort nicht verstehen: Für eine entbehrliche Parkraumüberwachung tagsüber, in einer Gegend, wo es keine Parkplatznot gibt, sind genug Kapazitäten für die Kontrolle vorhanden. Für die Kontrolle und eingehende Belehrung der Radlrowdies hingegen nicht.

Keine Chance zu bremsen, wenn ein Gast das Lokal verlässt

Ein ähnliches Bild bietet sich in der Operngasse. Auch dort sehen sich die Bewohner massiv gefährdet. Oder in der Alserbachstraße. Auch dort rasen statt auf den Radwegen über den Gehsteig.
Aber den Damen und Herren Politikschaffenden ist das wurscht, denn gerade im Wahlkampf will man ja niemanden „schikanieren“, wie das ein Herr Bezirksrat zugegeben hat…

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Schlagworte: ÖVP, Fahrrad, Gehweg, Gesetz, Grüne, Politik, Polizei, Radfahrer, Sicherheit, SPOE, Stadt, Verkehr, Wahlkampf, Wien,

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Ein Kommentar zu Weil Wahlkampf ist: Toleranz für Gehsteig-Radl-Rowdies

  1. norbert drescher sagt:

    wir haben in wien floridsdorf, donaufeld, in der fultonstrasse eine fahrradsiedlung. damals waren das geförderte wohnungen und die bewohner durften keine KFZ besitzen. natürlich hatte nahezu jeder bewohner innerhalb eines jahres einen PKW. angemeldet auf bruder, schwaster, mama, oma….
    so weit so gut. aber jetzt, jahre später, (es gibt mittlerweile unzählige fahrradwege und einbahnen „ausgenommen radfahrer“) und trotzdem fahren täglich meherere radfahrer zwischen fultonstrasse und hoßplatz mit ihren fahrrädern am gehweg. wenn es hin und wieder vorkommen würde, wäre das kein problem, aber das wird dort schon zum system. wenn man was sagt bekommt man maximal vertrottelte anworten oder wird geschimpft. polizei, bürgerdienste, fehlanzeige.
    man schaut dort dem treiben mehr oder weniger machtlos zu 🙁
    deshalb NUMMERNTAFELN für fahrradfahrer!

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