Von Verkäufern, die einen zur Weißglut bringen…

Irgendwie ist das Einkaufen lästig. Verkaufspersonal, das keine Waren kennt, sich nichts pfeift, wenn Lebensmittel zu Boden fallen und nicht einmal fähig sind, Wurst normal zu schneiden, machen den Einkauf zum Albtraum.Der Mann muss wohl vom AMS geschickt worden sein. Jedenfalls arbeitet er jetzt beim Greißler als Verkäufer. Die Frage nach einem „Mischbrot“ ist schon sehr schwierig für ihn, die Wurst, wie er sie schneidet und einpackt, ist in die Kategorie „experimentelle Kunst“ einzuordnen, weil die die einzelnen Blattln zu Hause kaum voneinander zu lösen sind.

Dass ihm das Handsemmerl, das satte 70 Cent kostet, zu Boden fällt, das kann passieren. Dass er es aufhebt und knallhart wieder einpackt, nun das geht ein wenig zu weit. Schließlich ist der Boden nicht gerade sauber, bei dem Sauwetter, das derzeit in Wien herrscht.

Aber es liegt nicht nur an dem Herrn, der sicher vorher einen anderen Job, wahrscheinlich in einem Büro, ausgeübt und verloren hat. Der Handel zahlt Hungerlöhne, entsprechend wenig qualifiziertes Personal ist auf dem Markt. Zudem zwingt das AMS immer mehr Leute in Berufe, die sie nicht beherrschen. So geschehen bei Freund Gottfried, der einen Verkäufer für ein Angelzubehörgeschäft suchte. Da stellt sich keck ein vom AMS geschickter Mann mit Migrationshintergrund vor, der kaum Deutsch kann. In eine Ordination schickt man eine Frau als potentielle Ordinationsgehilfin, ohne Ausbildung, die zudem gezählte acht Monate später ihre verdiente Pension antritt. Allein die Einschulung dauert zwei Jahre. Aber beim AMS denken nicht alle mit, offenbar.

Zurück zum Verkaufspersonal. Eine „Fünf-Millimeter-Scheibe“ Leberkäs wird zum Zwei-Zentimeter-Ziegel, mitunter ist es noch der fast verkohlte, zumindest ausgetrocknete Anschnitt. Das Sakko, das unzählige Falten wirft, „sitzt wie angegossen“. Die Jean, in der Mann ausschaut, wie ein übergroßes Kluppensackl, die ist schon genau richtig, denn „das trägt man jetzt so“.

Dass in der Feinkostabteilung der Brotlaib wie ein übergroßer Eckerlkäs geschnitten ist, ist dann auch schon wurscht.

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Schlagworte: AMS, Geschäft, Greißler, Handel, Lebensmittel, Personal, Textilhandel, Verkauf, Wien,

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3 Antworten zu Von Verkäufern, die einen zur Weißglut bringen…

  1. Petra Kefer sagt:

    Noch mehr beispiele aus meinen beruf gefällig? gelernter zuckerbäcker nicht schwindelfrei als dachdeckergehilfe, eine magisterin der wirtschaft als klofrau – zwar mit migrationshintergrund aber mit hervorragenden deutschkenntnissen in wort und schrift.
    ach ja und dann noch den frisch aus der reha entlassenen bandscheiben operierten bauhilfsarbeiter als „vorzimmerdame“ in eine ordination eines zahnarztes zu schicken krönt dann das ganze.
    nein mitdenken tun die am ams bestimmt nicht zumindest nicht alle – leider.
    lieber statistik schönen mit kursen die keiner braucht – oder welcher 59 jährige gelernter schlosser braucht einen computerführerschein???
    besser wird das nie werden – es sei denn, das denken wird endlich erlaubt werden in diesen berufen.
    es liegt zu 90% nicht an den bearbeiter und berater dort sondern daran, dass die gezwungen werden vorgaben zu erfüllen, die nicht zu erfüllen sind, und daraus resultiert so ein chaos und blödsinn.
    in staatsberufen und auch in den staatsnahen berufen ist das mit-denken und das nach-denken oder gar das voraus-denken nicht gern gesehn und davon kann ich ein lied singen….
    aber weiter so mit solche artikeln – hoffentlich lesen das mehr menschen – aber naja das denken wird den kindern in der schule schon abgewöhnt. weil, s.o., nicht erwünscht….
    lg
    petra

  2. Daniel Irza sagt:

    Die vifferen der Verkäufer legen das Handsemmerl halt zur Seite und werfen es erst nach dem der Kunde gegangen ist wieder in den Korb.

    Computerführscheine brauchen alle, genauso wie manche Hundebesitzer ja Hundeführscheine benötigen. Ein Computerführschein ist ein Bildungsnachweis und verlängert die Arbeitslose um die Zeit der Fortbildung. Das kann für ältere Arbeitslose schon ein Gewinn sein.

    Zurück zum Verkauf … Fachverkäufer(innen) schneiden meinen Lieblingsschinken so dünn, dass man durchsehen kann, andere machen Geschnetzeltes daraus. Ist ja kein Problem, da 100g um € 3,49 ja ein echtes Sonderangebot sind und ich mich sicherlich nicht ärgere wenn ich das zu Hause auspacke. Als Barbar esse ich natürlich gerne ein Pferdeleberkäsesemmerl, am liebsten mit mildem Pfefferoni.
    Sehr angetan bin ich dann von der Sache, wenn sich der als Ölpfefferoni inklusive Kernen und Stengel entpuppt.
    Oder das Schnitzelsemmerl ohne Ketchup und Mayo, wo sich die Kunde nach dem ersten Bissen übergibt und am liebsten die Semmel inklusive Schnitzerl, Ketchup und Mayo dem Verkäufer nachwerfen würde. Der Oberkomiker bei der Reklamation dann das Schnitzerl aus der Semmel nimmt und mit der Küchenrolle Ketchup und Mayo zu entfernen versucht.

    Jeder muss sich ein bisserl richten, wenn man Arbeit sucht. Der Vermittler am AMS könnte auch die einfache Frage stellen, ob man gerne Wurst, Käse, Gemüse oder eben Schnitzelsemmeln isst. Diejenigen die verneinen dann einfach nicht auf solche Stellen vermitteln. Das würde manche zu Vermittelnde und auch Kunden schon vor Unbilligkeiten retten.

  3. Hugo Gold sagt:

    1) dass bitte (zeile 9-1.wort)
    2) was wollts bei den arbeitsbedingungen unterm REWE-bogen? von nix wird nix.

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