Von Gutmenschen, Hundevermehrern und Migrationsbewegungen

Von elf, in einem Kofferaum zusammengepferchten, Hundewelpen berichtete der KURIER am 26. Jänner 2010, die von der Polizei bei einer Routinekonrolle befreit wurden. Sie wurden, so der Lenker des Transportfahrzeug, in Ungarn angekauft und waren für „Bekannte in Norwegen“ bestimmt. Viele dieser illegalen und oft qualvollen Hundetransporte, von denen ab und zu einer auffliegt, führen nach Spanien. Windhunde, Dalmatiner und andere Rassehunde scheinen dort sehr beliebt zu sein, das Geschäft blüht jedenfalls, wissen Insider zu berichten. Der Grund: die entsprechend großen Handelsspannen.

Diese Hundebabies, in vielen Fällen nicht geimpft, nicht entwurmt und oft von Krankheiten geplagt, haben meist eine nicht gerade rosige Zukunft. Oft werden sie im zarten Alter von fünf Wochen bereits in den „Handel“ gebracht. Jene, die überleben, landen dann als herzige Viecherln bei den neuen Besitzern, die vielleicht sogar kurze Zeit ihre Freude an den Hunderln haben. Aber spätenstens beim Auftreten von Krankheiten, oder in vielen Fällen auch von psychischen Auffälligkeiten, die diese Hunde mit dem schwierigen Start ins Leben entwickeln, landen sie in einem der spanischen Tierheime. Die sind ebenso überfüllt wie die in Österreich.

International vernetzt sind nicht nur die Hundevermehrer und die Händler, sondern auch die guten Menschen, die diese Hunde retten. Eine dieser Initiativen, die sich auch bei „Facebook“ engagiert, ist „galgos.at“. Die vermittelt Hunde aus Spanien. Nach Österreich. Da sind sicher viele dabei, die bereits als Welpen durch unser Land gekarrt, aber eben nicht entdeckt wurden.

Einige dieser Re-Importe rennen regelmäßig auch in der Hundezone im Wiener Prater herum. Da gibt es die drei feschen Dalmatiner, mindestens vier Windhunde und noch ein paar andere Rassen oder „Spezialanfertigungen“, die man hierzulande Mischlinge nennt. Die Besitzer dieser Hunde, allesamt echte Auskenner, lieben ihre „geretteten Hunde“ aus Spanien. Aber alle haben die Erfahrung gemacht: Bis diese schwer verängstigten oder auch psychisch auffälligen Tiere wieder halbwegs normal sind, vergehen viele Monate, die man mit ihnen tiergerecht arbeiten muss. Sonst sind schwere Probleme vorprogrammiert und die „massenproduziert-geschleppt-gerettet-reimportierten“ Vierbeiner landen im heimischen Tierschutzhaus. Was auch keine Lösung ist.

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Schlagworte: Gesetz, Hund, Hunde, Hundezone, Kampfhunde, Killerhunde, Polizei, Rumänien, Spanien, Tierhandel, Tierschutz, Tierschutzhaus, Ungarn, Verkehr,

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