Über böse Moslems und gute Christen

In vielen Ländern werden Christen ermordet, verfolgt oder zumindest massiv an der Religionsausübung gehindert. Das würde auch hierzulande mehr Aufmerksamkeit verdienen, als dies derzeit geschieht. Allerdings sollte man auch die ebenfalls zunehmende Islamophobie im Land genau beobachten. Denn diese zunehmende und radikalisierende politische Entwicklung mancher „Christen“ gibt Anlass zur Sorge.

Hunderte Menschen nahmen am Freitag, dem 8. April 2011 an einem Schweigemarsch in der Wiener Innenstadt teil, um auf die weltweite Situation verfolgter Christen aufmerksam zu machen. © Christian M. Kreuziger

Dass sich auch hierzulande Vereinigungen für verfolgte Christen in aller Welt engagieren, das ist gut und richtig. Abzulehnen sind aber jene Bestrebungen mancher Gruppen, die einen Kurs verfolgen, den man als rechtskonservativ-islamophob bezeichnen muss. Genau jene Gruppierung ist es, die weniger nach christlichen Grundsätzen handelt und agitiert, sondern sich in der Wortwahl und Argumentation ziemlich im Ton vergreift. Das schürt Hass auf beiden Seiten.

Die Beispiele für die angeblich zunehmende aggressive Islamisierung des christlichen Landes Österreich, die ins Treffen geführt werden, können von denkenden Menschen nur als sehr einfach strukturierte Argumente bezeichnet werden.

Ins Treffen geführt wird, dass Moslems auch hierzulande erwarten, dass auf einige Gepflogenheiten Rücksicht genommen wird, die – aus Sicht mancher rechtskonservativer Christen – unser christliches Abendland und unsere Kultur gefährden.

Dazu gehört, dass Moslems kein Schweinefleisch essen und zumindest in der Öffentlichkeit keinen Alkohol konsumieren. Noch mehr stört es offenbar, dass strenggläubige Moslems Geschlechtertrennung in Schule und Öffentlichkeit leben wollen. Oder dass  Frauen nur in Begleitung ihrer Männer und mit Kopftuch in der Öffentlichkeit auftreten dürfen.

Jene selbsternannten Hüter des wahren christlichen Glaubens scheinen vergessen zu haben, dass es – abgesehen vom Alkohol- und Schweinefleischkonsum – auch vor wenigen Jahrzehnten auch in Österreich nicht anders war. Frauen trugen lange Röcke und blickdichte Strümpfe und gingen nicht allein aus. Schon gar nicht in Gaststätten.

Noch in den 70er-Jahren war es in Österreich durchaus üblich, dass vor allem Gymnasien als reine Mädchen- oder Knabenschulen geführt wurden. Auch ein gemeinsamer Schwimmunterricht wurde ab Einsetzen der Pubertät vermieden. Frauen und Männer saßen in den Kirchen getrennt, Damen verhüllten ihr Haupt mit einem Schleier. Das ist sogar heute noch bei traditionellen christlichen Gemeinschaften üblich.

Vollkommen undifferenziert wird von diesen Gruppen auch mit sinnleeren und unwahren Behauptungen Stimmung gegen jene Menschen im Land gemacht, die Moslems sind. Vollkommen befreit übrigens vom christlichen Beispiel aus der Bergpredigt: „Warum siehst du den Splitter im Auge deines Bruders, aber den Balken in deinem Auge bemerkst du nicht?“

Kunterbunt vermischen diese selbsternannten Hüter des christlichen Glaubens politische Entwicklungen in Staaten mit vorwiegend muslimischer Bevölkerung. Da müssen die Auswirkungen sozialer Spannungen, die durch Armut und auch durch westlichen Imperialismus entstanden sind, als Krieg gegen die christliche Welt herhalten. Ohne Rücksicht darauf, dass sich auch die verschiedenen muslimischen Gruppierungen bekriegen. Und ohne Hinweis, dass sich auch in Europa christliche Gruppen mit Terrormethoden bekämpfen. In Nordirland oder in Teilen Spaniens zum Beispiel.

Wenig differenziert wird auch die Entwicklungsgeschichte betrachtet, wenn es um den Vorwurf der Missionierung durch Moslems geht. Denn auch das Christentum hat seine Missionare in alle Welt geschickt, um den Glauben zu verbreiten. Allerdings auch aus wirtschaftlichen und politischen Gründen.

Dass gerade in vielen Ländern mit extrem armer Bevölkerung eine Islamisierung stattfindet, hat wahrscheinlich auch wenig mit dem Koran zu tun. Es sind vor allem die karitativen Aktionen, die bei den armen Menschen ankommen. Getreu dem Motto: „Wessen Brot ich ess’, dessen Lied ich sing’…“

Um wieder zurück nach Österreich zu kommen: Angehöriger verschiedener Religionen leben hier friedlich miteinander. Das soll auch so bleiben. Gerade deshalb sollten sich jene, die Öl in die noch kleinen Flämmchen der Islamfeindlichkeit gießen, sich gefälligst in der christlichen Demut des Schweigens üben.

Was nicht heißt, dass verfolgte Christen in der Welt nicht unterstützt werden sollen. Ganz im Gegenteil. Aber Solidarität gebührt allen, die verfolgt und unterdrückt werden. Ganz gleich, welcher Religion diese Opfer von Terror und Willkür angehören.

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Schlagworte: Angst, Christentum, Islam, Kampfrhetorik, Medien, Mission, Moslems, Politik, Religion, Sicherheit, Soziales,

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14 Kommentare zu Über böse Moslems und gute Christen

  1. .C. sagt:

    im großen und ganzen triffst du mit dem artikel meine meinung, auch wenn ich persönlich allen religionen kritisch gegenüber stehe.

    ich glaub vor ein paar tagen wurde eine meinungsumfrage publiziert, wonach österreich auf platz 1 der migrantenfeindlichsten länder in europa steht, auf platz 2 bei minderheiten- und auf platz 4 bei den randgruppen- feindlichsten…. vor ein paar jahren befanden wir uns noch im gemütlichen mittelfeld. mich persönlich interessiert ja, warum gerade in österreich eine so starke radikalisierung bei solchen themen stattfindet. ist schließlich nicht so, dass es den menschen in österreich jetzt sooo viel schlechter ginge als den menschen in anderen ländern europas…

  2. Carolus sagt:

    Die Schweinefleisch- oder Alkoholabstinenz sei den Moslems unbenommen. Aber dass es dann in der Schule für Deinen Sohn oder Tochter auch nur mehr geschächtetes Halalfleisch gibt, würde Dich das nicht stören?

  3. .C. sagt:

    @Carolus, ich hätte damit kein Problem, da es in Österreich diesbezüglich gesetzliche Regelungen gibt: Es darf nur in zertifizierten Schlachthöfen geschehen, Post-cut-stunning= Tier wird nach dem Schnitt sofort betäubt, Tierarzt muss anwesend sein. Der Umstand, dass sich das Tier noch ein paar religiöse Zaubersprüche anhören muss stört mich auch nicht weiter.

    Mich stört da schon viel mehr, dass vermutlich billige Zutaten eingekauft werden, die nicht sonderlich gesund sind und zum Leid der Tiere (Schlachttransporte, Haltung während der Aufzucht, Qualität des Futters, etc..) mehr beitragen als der finale Cut mit Betäubung unter Aufsicht eines Tierarztes.

    Die Produktauswahl von Schulbuffets obliegt teilweise dem Schulgemeinschaftsausschuss. Viele Schulbuffets in Wien zB haben allerdings Schweinefleisch inzwischen aus praktischen Überlegungen heraus aus dem Sortiment verbannt. Nicht weil sie es müssten, sondern weil es ihnen zu umständlich ist, jedes Kind ständig aufzuklären, wenn grad 50 Kinder innerhalb von 5-10min etwas haben wollen.

    Alkohol gibt es in den meisten Schulbuffets übrigens auch nicht^^

  4. nobody sagt:

    Ich lese mit Erstaunen die Kommentare,
    offensichtlich wir Religionsfreiheit mir Zwangsbeglückung gleichgesetzt. Da bereits mit diversen Religionen in andere Staaten zu tun hatte, bin ich erstaunt, dass sich unsere christlichen Kinder dem Diktat des, zB. Islam oder anderen Religionen, unterordnen müssen. Übrigens ist es doch bedauerlich, dass beim Schächten den Tieren zuerst die Halsschlagfader aufgeschnitten wird, und sie danach betäubt werden. Welches Mittel betäubt in 0,00 Sekunden? Ist das Human, welche Religion ist das?
    Ich habe die Seite nur durch Zufall gelesen und bin froh dass ich diese meiden kann
    Lg
    Ein Tier- und Menschenliebhaber

  5. Randolph sagt:

    Christian Kreuziger – ist das ein Scherz?

    Dieser Artikel ist wirklich das übliche Gesudere all jener, die keinen Tau vom Islam haben, aber sich einmal dafür stark machen, um zu zeigen, wie gut sie sind. Tenor: Weil meine Großmutter blickdichte Strumpfhosen trug, ist die Umwandlung europäischer Städte in rechtsfreie Zonen in Ordnung. Argumentationslogik übertargen auf unsere Verhältnisse: Weil es nette Deutsche und Ösis gibt, kann der Nationalsozialismus nicht so schlimm gewesen sein. Und dass die Muslime nicht nur unsereins, sondern sich auch gegenseitig umbringen, macht sie wirklich sympathisch.

    Ich denke ja, dass es nur 2 Sorten von Islamophilen gibt. Das sind einerseits diejenigen, die keine Ahnung vom Islam haben, was auch auf die meisten Muslime zutrifft, und andererseits die echten Muslime, die dem Vorbild des Propheten laut islamischer Überlieferung folgen, das sind dann Terroristen, Steiniger, Vielweiberer, Sklavenhalter und dergleichen.

    Wie jeder leicht selbst feststellen kann, war Mohammed in allem das exakte Gegenteil von Jesus (ich meine jeweils die überlieferte, literarische Figur). Daher ist der Islam in religiöser Hinsicht das Antichristentum. In weltlicher Hinsicht ist er – und da kann man sich ebenfalls sehr leicht überzeugen – die Antizivilisation. Warum man sich diese Dinge in Europa wünscht, weiß ich nicht.

    Und wie man auf die Idee kommt, meine Mutter sei in den 70er-Jahren nicht alleine in eine Gaststätte gegangen, weiß ich auch nicht.

  6. Randolph sagt:

    Was sich Christian Kreuziger offenbar für Österreich wünscht, ist das:

    http://www.pi-news.net/2012/01/nigeria-christen-kundigen-massenflucht-an/#more-234697

  7. Bierpapst sagt:

    Bei allem Verständnis für verfolgte Muslime: Wir sollten nicht übersehen, dass die meisten Opfer religiöser Übergriffe Christen sind.
    Muslime sind üblicherweise „beleidigt“, wenn sie meinen, dass jemand ihre Haltungen nicht ernst nimmt.
    Gemessen daran ist es nur verständlich, wenn Christen „zornig“ werden, wenn ihre Glaubensbrüder und -schwestern von Muslimen ermordet werden. Wohlgemerkt: Das gibt kein Recht, Muslimen gleiches mit gleichem zu vergelten. Aber es sollte klarmachen, wo Opfer und Täter wirklich zu suchen sind.

  8. Carolus sagt:

    @ .C. „Viele Schulbuffets … verbannt.“
    Ich glaube, Du bist auf dem richtigen Weg!
    Gruß

  9. .C. sagt:

    @Nobody: erklär mir mal inwiefern es besser ist ein tier mit einem bolzen in den kopf zu schießen, es per elektroschock im vorhinein zu betäuben etc, etc.., wissenschaftliche studien kommen meines wissens zu keinem eindeutigen ergebnis was die schlachtmethoden anbelangt.
    sehr wohl gibt es aber ein lobbying und meinungsmache.
    korrekt ausgeführte schächtung galt, meines wissens nach, als eine der schnellsten, effektivsten und am wenigsten leidvolle schlachtmethode, da durch den rasanten blutdruckabfall sofortige bewusstlosigkeit eintritt… in verruf geriet diese methode, die im übrigen lange in österreich angewandt wurde lange bevor die islamdiskussion aufkam und mit den schlachtschussaparaten eine neue industrienorm eingeführt wurde. schlachtschussaparate gelten nur deshalb als schonender, weil die industrie ein massives interesse daran hat, dass das auch geglaubt wird. tatsächlich ist sie einfach effektiver, weil schneller und man dadurch in kurzer zeit mehr tiere töten kann. primäres motiv: geldgier

    du könntest mal jemanden bitten dir mit großer wucht gegen die halsschlagader zu schlagen, erzähl mir von deinem erlebnis. korrekt ausgeführt solltest du sofort bewusstlos zusammenbrechen und dabei keinen schmerz verspüren (hinterher natürlich schon, da es dich nicht umbringen wird). falsch ausgeführt wirst du massiven schmerz verspüren und nicht bewusstlos werden… das gleiche gilt auch für einen schlachtschussaparat oder elektrische varianten, davon möchte ich dir aber dringend abraten, auch wenn das falsche ausführen in diesem fall zu deinem vorteil gereichen könnte, da du es dann nämlich eventuell überleben könntest, oder einfach leidvoll verreckst, so wie es auch viele tiere tun.

    schlachten im allgemeinen ist etwas höchst „humanes“ (menschliches). mir ist kein tier bekannt, das andere lebewesen industriell aufzieht und dann abmurkst, um damit geld zu verdienen…

  10. .C. sagt:

    @Carolus: ich denke schon, nämlich beim prinzip von angebot und nachfrage. würden die eltern von ihren kindern verlangen, dass diese beim schulbuffet ständig nach schweinschinken verlangen, dann kannst du dir ziemlich sicher sein, dass es dort bald auch entsprechendes angebot geben wird. vielen wird es aber einfach egal sein, da puten und hühnerfleisch ohnehin als „gesünder“ angesehen wird 😉

  11. .C. sagt:

    @Christian M. Kreuziger: die unterstellung von randolph und der link zu pi news sollte dich nicht weiter überraschen. pi news gilt als einer der großen hate-blogs im deutschsprachigen raum, islamfeindlich, rassistisch und mit nähe zum rechtsextremismus. es ist eine übliche taktik artikel, wie den von dir verfassten, ins linksextreme eck zu rücken, bzw den autoren irgendwelche sachen zu unterstellen. weiters dient der link im kommentar natürlich als referrer…

    hier ein paar infos: http://de.wikipedia.org/wiki/Politically_Incorrect

  12. Randolph sagt:

    Lieber C,

    für Dich trifft offenbar genau das zu, was ich schrieb: keine Ahnung wovon Du redest, aber Hauptsache, Du gibst einmal Deinen Senf ab. Du bist wie jemand, der dem Nationalsozialismus mit Toleranz begegnet, weil die Resi von der Alm eine ganz eine Nette ist. Islamophil aus Dummheit. Als nächstes käust Du den weithin kolportierten Schwachsinn von den Rechtsextremen wieder. Zu Deiner Info: die Nazis betrachteten sich selbst als Sozialisten und Linke. Und das waren sie auch. Und die Nazis waren immer die besten Freunde des Islam. Hitler und Himmler waren ganz begeistert vom Islam. Und die Islamisten umgekehrt bis heute. Wenn Du

    Islamophob = Rechts = Nazi = Schwachsinn

    setzt, dann beweist das nichts weiter, als dass Du weder vom einen noch vom anderen den geringsten Tau hast. Die korrekte Gleichung – und die trifft auf Dich dann wohl zu:

    Islamophil = Links = Nazi = die Realität

    Wenn Du Dir erst ein paar Grundlagen des Islam (und zwar des Islam, der in islamischen Ländern gelehrt wird) angeeignet haben wirst, wirst du erkennen, dass der Islam eine menschenfeindliche Ideologie ist, die dem NS in nichts nachsteht.

  13. Randolph sagt:

    Und ich weiß schon, dass niemand heir für die Verbrennung von Christen ist. Aber wer kann mir garantieren, dass der Islam in Europa ein anderer sein wird der in Afrika? Ich glaube nicht, dass da eine Versicherung drauf einsteigt. Und wenn es dann einmal so weit ist, dann heißt es wieder: Wier haben nichts gewusst! Wer ist eigentlich der Menschenfeind: derjenige, der solche Massaker riskiert, weil er „ach so gut“ ist, oder derjenige, der davor warnt!? Könnt, Ihr, liebe C., dafür garantieren, dass der Islam, der noch überall Massaker verursacht hat, bei uns keine verursachen wird?

  14. Gudrun sagt:

    „da durch den rasanten blutdruckabfall sofortige bewusstlosigkeit eintritt“..
    das gilt nur für die kleinen Wiederkäuer und NICHT für Rinder, diese haben eine andere Blutversorgung zum Hirn. Während bei den kleinen Wdk. das Hirn vor allem durch die „vorne“ liegenden Halsschlagadern versorgt wird, gelangt beim Rind ein großer Teil der Blutmenge durch die Wirbelarterien, die auf Grund ihrer Lage im Bereich der Querfortsätze der Halswirbel beim Halsschnitt nicht durchtrennt werden können. Ergebnis: die gewünschte Bewusstlosigkeit durch den rapiden Blutdruckabfall tritt nicht ein und die Tiere leben noch Minuten nach dem Halsschnitt!
    Genaueres kann hier nachgelesen werden: http://www.google.at/url?sa=t&rct=j&q=&esrc=s&source=web&cd=1&ved=0CDoQFjAA&url=http%3A%2F%2Fwww.erna-graff-stiftung.de%2Fcms%2Fdownload%2Ftierschutz_bei_der_rituellen_schlachtung.pdf&ei=VCuuT_3iJsbd4QSuyp2oCQ&usg=AFQjCNFHmx8BW3dNJY2OB9hGBrENhcU6Xw&sig2=aHIP7_HvP6OALfRKyrtwxw

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