Das „Fest der Rache“ des Herrn Magistrats-Ingenieurs

Wie berichtet ist ein kleiner Gastronom in Wien-Alsergrund ins Schussfeld des Wiener Magistrats gekommen. Jetzt legt der Sachbearbeiter, Herr Ingenieur P., noch ein wenig nach und schikaniert den Lokalbetreiber. Mit harten Strafandrohungen, weil der Gastronom Blumen vor sein Lokal gestellt hat.

Zwei Blumenstöcke vor dem Eingang: Herr Ingenieur P. von der Magistratsabteilung 46 droht mit Anzeige. Weil er erst die Genehmigung dafür erteilen muss. © Christian M. Kreuziger

Eine kleine Teilniederlage hat ein gewisser Herr Ingenieur P. von der Magistratsabteilung 46 schon hinnehmen müssen. Denn seine ursprüngliche Meinung, dass die Werbetafeln mit dem Schriftzug, einige formschöne Lampen auf der Fassade oder gar Schaukästen mit der Speisekarte das „Stadtbild massiv stören wurde“, das wurde vom Stadtbildpflegerchef der Magistratsabteilung 19 bereits korrigiert. Diese Abteilung findet nunmehr gar nichts Störendes mehr an der Restaurantfassade.

Herr Ingenieur P. jedenfalls, der scheint einen privaten Feldzug gegen Vladan Radovanovic, den Patron des kleinen Lokals „Gabel & Co.“ zu führen. Mit allen Mitteln, und mit Hilfe der Baupolizei. Bei seinem letzten „Besuch“ hat der Herr Ingenieur jedenfalls verlauten lassen: Der seit vielen Jahrzehnten bestehende Windfang, den der neue Betreiber des Lokals übernommen hat, muss weggerissen werden.

Mit dieser schikanös zu nennenden Auflage hat der Herr Ingenieur allerdings den falschen getroffen. Denn das ist Sache des Hausherrn. Bemerkenswert ist der Eifer des Herrn Ingenieur P. dennoch. Denn eine Bewohnerin, die seit 39 Jahren im Haus lebt, kennt diesen Windfang beim Eingang bereits seit ihrem Einzug ins Haus. Was den Herrn Ingenieur P. aber nicht weiter irritiert hat, weil er pflichtbewusst Akten aus den 50er-Jahren des vorigen Jahrhunderts kontrolliert hat und dort keinen Bauplan des Eingangs gefunden hat. Also weg damit, auch wenn es tausende Euro kostet und seit Jahrzehnten zum Stadtbild des Platzes gehört.

Gestört haben den pflichtbewussten und eifrig an der Sache bleibenden Magistratsbeamten P. auch zwei Blumenstöcke, die Vladan Radovanovic neben dem Eingang aufgestellt hat. Weil sie „nicht genehmigt“ sind. Die müssten sofort weg, wie der Ingenieur unmissverständlich festgestellt hat. Um diese knallharte Forderung zu verstärken hat der Herr Ingenieur auch gleich zum Fotoapparat gegriffen und Fotos angefertigt. Für die Beweisaufnahme eines allfälligen Verwaltungsstrafverfahrens, das er ernsthaft in Aussicht gestellt hat.

Der Patron des Gabel & Co., Vladan „Rado“ Radovanovic, investiert lieber in die schöne Gestaltung des Lokals als in Strafen und hat die Blumenstöcke weggeräumt. Was den eifrigen Herrn Ingenieur P. wahrscheinlich egal sein wird. © Christian M. Kreuziger

Fazit: Vladan Radovanovic, der in seinem Betrieb acht Arbeitsplätze – davon drei für Lehrlinge – geschaffen hat, beginnt sich allmählich vom pflichtbewussten Herrn Ingenieur P. verfolgt zu fühlen. Was die Gäste und auch Vertreter der Bezirkspolitik aller Fraktionen langsam auch so sehen…

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Schlagworte: Alsergrund, Österreich, Baupolizei, Gabel & Co, Gastronomie, Julius Tandler-Platz, MA 19, MA 46, Magistrat, Politik, Restaurant, Schikane, Stadtbild, Wien,

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4 Kommentare zu Das „Fest der Rache“ des Herrn Magistrats-Ingenieurs

  1. ..es ist einfach traurig und beschämend so etwas mitzubekommen! Es verleidet einem die Staatsbürgerschaft, denn Gesetze sind da um die Gesellschaft zu regeln und vor Verbrechen zu schützen, bzw. die Bevölkerung vor Schaden zu bewahren. Was aber hier geschieht in reiner Willkür eines Staatsbeamten, der dem Bürger dienen sollte entbehrt jeglicher moralischer Grundlage!!!

  2. andrea schellin sagt:

    ich frage mich, was den herrn inschinör zu so einem frustrierten knochen verkommen hat lassen können und bin ernsthaft an analyse seiner kinderstube interessiert. jedenfalls werde ich diese unerhörte peinlichkeit all meinen freunden und bekannten rund um den globus mitteilen, um endlich mit dem walzer- sisi-image aufzuräumen. SIE, herr inschinör, SIE sind das gesicht wiens. und, mit verlaub von herrn Vladan Radovanovic, werde ich eine laterne mit kerze vor seinem lokal im spätherbst plazieren. mit grün drumherum und bei der ehrwürdigen institution MAxx angemeldet. mit sehr freundlichen grüßen an den intoleranten, gehäßigen, verstaubten teil wiens!

  3. Schluwi sagt:

    Wir empfehlen dem Magistratör einen Spaziergang durch die Wehrgasse in Wien 5, wo die Gehsteigbegrünung von einem Lokal ausgehend bereits mehrere Häuser erfasst hat. Soweit bekannt hat sich noch keine Pflanze meuchelnd auf harmlose Passanten gestürzt.

  4. soiss sagt:

    das erinnert an das fotografierverbot bei der chinesischen botschaft in schönbrunn-grünbergstrasse. vielleicht handelt es sich um einen chinesischen ingenieur?
    wenn es so stimmt, wie dargestellt, hoffe ich, dass derartige eiferer mit geviertelten bezügen in frühpension geschickt werden.

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