Rosenkrieg im Hause Darabos

Ginge es nicht um das sensible Thema Landesverteidigung, könnten sich Herr und Frau Österreich bequem zurücklehnen und genüßlich den ressortinternen Rosenkrieg zwischen einem General und seinem Minister verfolgen. Mit allen pikanten Details, die nun an die Öffentlichkeit gespült werden.

Geschönte Zahlen auf Wunsch des Ministers, geschwärzte Zahlen für den Minister - der Rosenkrieg im Hause Darabos hat begonnen. © Christian M. Kreuziger

Geschwärzte Zeilen in einem Reformpapier, das wirft Darabos neuerdings seinem ehemaligen Generalstabschef vor. Der kontert: Er habe zwar davon gewusst, nicht selbst die Absätze gestrichen und außerdem sei ihm das dienstrechtlich bisher auch nicht vorgeworfen worden. Zwangsläufig entsteht der Eindruck, General Edmund Entacher nachträglich anzupatzen, um das Absetzen zu legitimieren.

Doch auch der Minister bleibt nicht frei von Vorwürfen. Er soll, so neueste Meldungen im „Standard“, ebenfalls Veränderungen bei den Reformkonzepten verlangt haben. Ein Vorwurf, den man durchaus als schwerwiegend bezeichnen darf. Denn der Minister soll interveniert haben, dass durch budgetkosmetische Tricks das von ihm favorisierte Modell eines Berufsheeres mit Freiwilligenkomponente nicht teurer sein soll, als das derzeitige System. Um rund eine halbe Milliarde Euro weniger als tatsächlich errechnet seien die von Norbert Darabos präsentierten Zahlen.

Der begonnene Rosenkrieg, der nun eingesetzt hat, könnte sich in eine mittlere Schlammschlacht auswachsen. Denn hinter den Kulissen wird bereits eifrig von beiden Seiten recherchiert, was man dem jeweils anderen vorwerfen könnte.

Das klingt nicht nach „Brot und Spielen“. Das klingt nach brutalem Kampf mit unabsehbaren Folgen. Ohne Sieger, aber vielen Verlierern.

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Schlagworte: Bundesheer, Edmund Entacher, Gesetz, Justiz, Medien, Norbert Darabos, Politik, Sicherheit, SPOE,

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2 Antworten zu Rosenkrieg im Hause Darabos

  1. Hugo Gold sagt:

    ehrlich gesagt weiß ich nicht was ich davon halten kann. also im zweifelsfall nichts. menschen, deren beruf der krieg ist, geniessen mein uneingeschränktes mißtrauen, obwohl ich weiß, dass es derzeit ohne sie nicht geht. sie sind ein noch nicht verzichtbares relikt unserer geschichte. andererseits dieser unsägliche darabos, der sich im endeffekt aber auch nicht anders benimmt, als alle anderen politiker auch. poltik und dummheit, hinterfotzigkeit, verlogenheit ist offenbar in keiner partei denkbar. weder links noch rechts. offenbar haben wir als volk nichts besseres verdient.

  2. Hugo Gold sagt:

    natürlich heißts politik ohne dummheit……

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