Raubkapitalismus & Co.: Die wunderbare Welt der Medien…

Reportagefotos: Verlag kürzt das Veröffentlichungshonorar um 20%, wer nicht einverstanden ist, fliegt...

Ein Verlag, nicht ganz klein und auch nicht ganz unbedeutend, greift immer wieder auf Archivfotos zurück. Dann ist ein Honorar für die Fotografen fällig, wenn sie nicht ohnehin einen der berüchtigten „Knebelverträge“ (darüber demnächst mehr) abgeschlossen haben.

Diese „All-In-Verträge“ bedeuten für Medienmitarbeiter: Minimales Honorar, dafür maximale Verwertungsmöglichkeiten für die Auftraggeber. Die dürfen, sofern sie ein einziges Mal ein Honorar ausbezahlt haben, mit den Fotos machen, was sie möchten. Die Urheber hingegen haben keine Rechte mehr auf die Verwertung des eigenen Werks.

Zurück zum nicht ganz unbedeutenden Verlag, der an einen journalistischen Mitarbeiter im Zug der Jahresabrechnng mailt:

„Bei der Gelegenheit gleich eine wichtige Frage: Wurden Sie im März 2009 über die neuen Fotopreise informiert? Seit diesem Monat werden von unserem Verlag nämlich nur mehr € 40,- pro Foto bezahlt.“

Im Klartext: 20% Reduktion des Honorars. 40,- Euro für das Werknutzungsrecht, das klingt für Branchenfremde üppig, ist es aber nicht. Denn in dieser Pauschale sind Fahrtkosten, der Zeitaufwand, Parkgebühren, die Kosten für das Equipment und meist auch jene für Requisiten oder Bewirtung der unbezahlten Models inkludiert.

Übrigens: Knebelverträge und Honorarkürzungen sind seit einigen Jahren bei allen Verlagen beliebt. Gleichgültig, ob die Eigentümer aus dem „kapitalistisch-schwarzen“ oder dem „sozial-roten“ Eck kommen…

Über die Zukunft der Pressefotografie wird derzeit heftig diskutiert…

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Schlagworte: Abzocke, Abzockerei, Fotografie, Honorare, Medien, Pressefoto, Zwangsbeglückung,

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2 Kommentare zu Raubkapitalismus & Co.: Die wunderbare Welt der Medien…

  1. fr sagt:

    auweh, der letzte link geht nicht…

  2. hugo gold sagt:

    geh die kapitalistisch roten oder gar kommunistischen arbeitgeber sind die bösartigsten überhaupt. ÖGB zum beispiel

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