„Polizeigewalt“: Böse Bullen, arme Presse

Es sind ja wunderbare Zeiten für uns Journalisten, dank Facebook und Youtube. Die Recherche vor Ort können wir getrost anderen überlassen, die sich als Journalisten fühlen und noch ein wenig üben. Zum Beispiel, wie man eine Geschichte über die G’frasta von der Polizei macht, die zu „gewalttätigen Übergriffen“ neigen.


Blogger Philipp Sonderegger schreibt politisch korrekt mit „Binnen-I“, gegen Rassismus und für Pressefreiheit und ist auch engagiert dabei, die entsprechenden Stellungnahmen von Chefredakteuren und Polizeisprechern einzuholen. Das ist professionell, und die Antworten dürfen mit Spannung erwartet werden. Zum Beispiel jene der Polizeidirektion Wien zu einem „Übergriff“ auf einen Journalisten, der eine Personenkontrolle filmt und dabei ein klein wenig mit einem der Behördenvertreter in Konflikt geraten ist.

Das ist dem Suderer schon mehrmals passiert, sogar viel heftiger, als dies in der Videodokumentation aufgezeichnet wurde. Dieser „Kollege L.“, der eifrig gefilmt hat und das Ergebnis seiner Arbeit auf Youtube präsentiert, wird – so meint er – von der Polizei bei seiner Arbeit behindert. Sogar körperliche Gewalt wurde gegen ihn ausgeübt, die man zwar nicht sieht, aber im Video irgendwie hört.

Beim Betrachten der Szene wird allerdings klar, warum der Presseausweis nichts mehr wert ist. Das hat schon in den 80er-Jahren begonnen, als den Pressereferenten und PR-Beratern der Presseausweis zuerkannt wurde. Die haben dann regelmäßig damit herumgefuchtelt, wenn sie in eine Polizeikontrolle geraten waren, haben eifrig Veranstaltungen besucht, die ein gutes Buffet und üppige Geschenke boten und die echten Schreiber und Fotografen damit ziemlich in Verruf gebracht.

Herr L., offenbar ebenfalls Inhaber eines Presseausweises, hat der Zunft ebenfalls keinen guten Dienst erwiesen. Denn es sind zwar nicht die massiven Polizeiübergriffe mit „Remplern, Einschüchterungsversuchen und offensichtlich mit Schlägen“ (Zitat Philipp Sonderegger) dokumentiert, sehr wohl aber sein unprofessionelles Verhalten. Da ist es ja eigentlich schon verwunderlich, dass ihm nicht mehr passiert ist. Vor allem nach seiner Drohung, „sich zu verteidigen“.

Sicher ist leider eines: „Kollege L.“ macht es der Branche nicht gerade leichter mit seiner Art, den Beruf auszuüben. Wenn er allerdings noch ein wenig übt, schafft er es vielleicht sogar, eine kleine Berühmtheit als „Willküropfer“ zu werden. Nicht nur auf Philipp Sondereggers Blog…

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Schlagworte: facebook, Gesetz, Gewalt, Medien, Philipp Sondereger, Polizei, Polizeiübergriff, Pressefreiheit, Sicherheit, Wien, Youtube, Zwangsbeglückung,

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4 Kommentare zu „Polizeigewalt“: Böse Bullen, arme Presse

  1. Stefan sagt:

    Ich wundere mich nur, wer schon alles so einen Presseausweis erhalten kann. Einem Journalisten einer kleinen Schülerzeitung wäre so ein provokantes Verhalten eher zuzutrauen, als einem serösen „Reporter“. Das Verhalten (und auch das Geschriebene auf seinem Blog) erinnert mich sehr an linkslinke Ideologie, doch in Staaten, in denen solch Regierungen wirken, hätte das Video sicher nicht so lange gedauert, ein heftiges „Einschreiten“ der Beamten wäre schnell und treffsicher von statten gegangen………..

  2. So, also entschuldigt mal: Die gesamte Geschichte ist von Anfang an haarsträubend! Erstens einmal hat besagter Journalist L. meines Wissens nach nur ein Video auf YouTube gestellt – so lässt sich weder etwas beweisen, noch professionell intervenieren und schon gar kein „öffentlicher Aufschrei“ organisieren.
    Ganz abgesehen davon, dass sein Verhalten (sofern das im Video überhaupt ersichtlich ist!) eher fragwürdig ist.

    Und zum Punkt „Presseausweis wäre nichts mehr wert“: Welcher genau? Es gibt mehrere Organisationen in Österreich, die Ausweise ausstellen; aus gutem Grund bekommt man einen solchen nicht nur bei staatlichen Stellen – ebenso wenig benötigt man eine Berufserlaubnis, um journalistisch tätig zu sein.

    Zusammenfassend; ob besagter Mensch 1.) überhaupt tatsächlich einen Presseausweis dabei hatte, oder 2.) diesen auch verdient, oder 3.) dem Ansehen anderer Journalisten damit geschadet hat, oder gar 4.) eine Polizeihandlung absichtlich behindert hatte, lässt sich hier nicht feststellen. Was ich hier sehen kann, sind Mutmaßungen.

  3. Daniel Irza sagt:

    Der liebe Westbahnhof … unsachlich ist in diesem Video bereits die Ortsbezeichnung mit U-Bahnstation Westbahnhof. Der Vorfall findet im öffentlichen Bereich statt. Somit der Passage des Westbahnhofs. Diese Passage ist ein Dreh und Angelpunkt für abgängige Jugendliche, Illegale, Drogenabhängige, Dealer und zur Verhaftung ausgewiesene Personen. Dieser Ort liegt genau zwischen dem Drogenumschlagplatz Gumpendorfer Strasse, dem Asylheim der Caritas in der Robert Hammerlinggasse, der Gruft in der Barnabittengasse und der Essens- und Poststelle Josefstädterstraße. Auch die Klostersuppenausgabe der Schwesterngemeinschaft Johannes in der Kaiserstrasse ist unweit davon entfernt. Zur abendlichen Stunde wird auch vor dem Westbahnhof ein Essen für jeden Bedürftigen ausgegeben. Somit ist der Westbahnhof ein sehr zentraler Punkt im Leben derjenigen vom Glück nicht so übervorteilten Menschen in Wien.
    Natürlich ist es auch ein guter Punkt um Kontrollen durchführen zu können und wirklich fündig zu werden. Wie im Video dargestellt hat jedoch eine Ausweiskontrolle sicherlich nichts mit Opfersuche zu tun. Ich sehe im Video auch einen Laptop, der vermutlich dazu dient, die Daten aus dem zentralen Melderegister abzufragen. Mit dem ausgehändigten Meldezettel dürfte es jedoch wieder einmal Probleme geben, deshalb wird angestrengt telefoniert.

    Den ersten Fehler sehe ich darin, dass der Einsatzleiter einschreiten hätte müssen, sich ausweisen und den Videofilmer zur unbedingten Ausweisleistung veranlassen hätte müssen.
    Der zweite und wirkliche Fehler, ist das die Beamten sich sehr viel Schreibkram wegen einem mit der Situation völlig überforderten „Journalisten“ ersparen wollten. Einer, der weder seinen Ausweis herzeigt, von allen agierenden Beamten die Ausweise einfordert, obwohl der Einsatzleiter sich bereits ausgewiesen hatte und danach nicht einmal eine Ahnung hat, welcher dieser vier Beamten den Ausweis von ihm verlangt hatte. Ohne eine Ahnung davon zu haben, dass er den Ausweis nur dem Einsatzleiter zeigen muss. Dann begibt er sich auch noch auf die sehr glatte Eisfläche des Notwehrrechts gegen die Staatsgewalt. Hut ab vor diesen Beamten 🙂

    Kamera wegnehmen, Kamera aus der Hand schlagen wäre eine Seite, die zugegeben, rüde und skrupellose. Das macht man nicht.

    Auf die Anschuldigung dem Kameraführenden auf die Zehen getreten zu sein und ihn in den Magen geboxt zu haben, hätten die 4 Kieberer reagieren müssen. Uniformierte Kollegen aus dem Koat Westbahnhof anfordern, welche den Vorfall dokumentieren, den Kameramann in Gewahrsam nehmen und zum Amtsarzt bringen, damit dieser die Verletzungen ausreichend dokumentiert kann. Das darf man und sollte man auch machen.

    Wenn der kontrollierte „Mitarbeiter“ des Zeitungsmannes dann auch noch die Flucht ergreift, wäre der Straftatbestand der Behinderung einer Amtshandlung mit der Unterstützung zur Flucht gegeben … großes Risiko, welches der tolle „Journalist“ da eingeht …

    Ich denke, das wollten die 4 sich alles ersparen … dafür sind die Softies jetzt auf YouTube zu sehen …

  4. Rudi sagt:

    Ist Österreich nicht lieb, wir haben nicht einmal eine Presse , Kinder laufen mit einer Kamera durch die Gegend..

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