Pikant: „Freiwillige“ als Gratismitarbeiter der Republik

Die Republik Österreich darf stolz sein. Denn eines der Unternehmen das dem Staat gehört, ist besonders sparsam und beschäftigt weniger Mitarbeiter als benötigt werden. Die anfallenden Arbeiten sollen Freiwillige machen, und zwar gratis. Denn wir feiern ja das „Jahr der Freiwilligen“. Was wahrscheinlich aber anders gemeint sein dürfte.

Zu einem Casting der besonderen Art lädt am Dienstag, dem 24. Mai 2011 der Zoo Schönbrunn. Gesucht werden Mitarbeiter, die bei der Betreuung von Informationsständen, als Aufsichtspersonen, als Ansprechpartner bei allgemeinen Fragen oder im administrativen Bereich eingesetzt werden sollen. Und zwar ohne Gage.

„Im „Europäischen Jahr der Freiwilligentätigkeit zur Förderung der aktiven Bürgerbeteiligung 2011″ wird der Tiergarten Schönbrunn die Organisation seiner freiwilligen Helfer neu strukturieren“, schreibt das Unternehmen, das zu 100% der Republik Österreich gehört, in seiner Einladung auf der Homepage. Gesucht werden, so die Einladung zum Informationsabend, Menschen, sich durch „Teamfähigkeit, Freundlichkeit und Verständnis, Begeisterung für die Tierwelt, sowie ein gewisses Maß an körperlicher und psychischer Belastbarkeit“ auszeichnen.

Was wie eine Jobbeschreibung samt geforderten Voraussetzungen klingt, ist auch eine. Allerdings ohne Gage, ohne soziale Rechte und eine, die echte Arbeitssuchende ausschließt. Es ist auch eine Schande für die Republik, vertreten durch den Herrn Bundesminister für Wirtschaft, Familie und Jugend, Dr. Reinhold Mitterlehner, der als Vertreter des Volkes als Eigentümer verantwortlich ist.

Aber wahrscheinlich ist ja alles nur ein Missverständnis, weil man das mit dem Europäischen Jahr der Freiwilligen einfach nicht ganz verstanden hat.

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Schlagworte: Abzocke, Österreich, Freiwillige, Mitarbeiter, Politik, Republik, Schönbrunn, Wien, Zoo,

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2 Antworten zu Pikant: „Freiwillige“ als Gratismitarbeiter der Republik

  1. Johann Schmit sagt:

    Wenns ums kasieren geht brummen die Marktwirtschaftler immer: „Was nichts kostet, ist nichts wert“. Wenn es ums Ausnützen, insbesondere junger Menschen und Pensionisten geht, dann erwarten die gleichen Typen „kostenlose Leistungen“. Eigentlich ein Fall für den Psychiater.

  2. AH sagt:

    Ich möchte Hr. Schmitt zustimmen: ein Fall für den Psychiater!

    Diese unverschämte „Initiative“ des Schönbrunner Zoos ist eines von vielen Beispielen. Die Kreativität der frechen Abzocker kennt keine Grenzen, Fremdleistung soll am besten immer gratis sein. Nur die eigene Leistung ist natürlich grandios und kann gar nicht hoch genug bejubelt werden.

    Schrecklich daran ist: wenn sich niemand auf so einen Mist melden würde, wäre der Spuk bald vorbei. Aber leider finden sich immer einige Irre, die gratis arbeiten und damit üblen Unternehmern und oberschlauen Managern in die gierigen Hände arbeiten.
    „Nur zum Spaß“ oder „um Erfahrung zu sammeln“ sind gängige Argumente. Gibt es so viele Millionärssöhne/töchter, die einfach kein Geld brauchen??

    Auch bin ich der Meinung, dass grundsätzlich Arbeit ohne ausreichende, an den Lebenhaltungskosten bemessene Bezahlung oder gar ganz ohne Bezahlung grundsätzlich gesetzlich verboten gehört.
    Das wäre eine echte Aufgabe für den Staat im Sinne seiner Bürger, aber „so etwas“ interessiert den Gesetzgeber rein gar nicht!!

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