Parkpickerl-Debatte: Der Kampf der Politik-Schrebergärtner

Es war zu erwarten: Wien weitet die Parkpickerl-Zonen aus, was die Niederösterreicher ärgert. Die fordern nun ebenfalls Parkpickerln. Das wird dann die Wiener ärgern.

Madeleine Petrovic von den Grünen Niederösterreich bringt sich mit einer originellen Idee ins Gespräch. Sie fordert die Einführung von Kurzparkzonen samt Parkpickerl in Niederösterreich. © Christian M. Kreuziger

Frau Magistra Doktorin Madeleine Petrovic bringt sich mit einer originellen Idee ins Gespräch. Sie fordert die Einführung von Kurzparkzonen samt Parkpickerl in Niederösterreich. Damit will sie jenes Geld wieder ins Land zurückholen, dass möglicherweise dann fehlt, wenn sich Niederösterreicher in Wien anmelden, um ein Parkpickerl zu bekommen. So ähnlich argumentiert sie zumindest, wenn man die Presseaussendung der Grünen liest.

Das klingt logisch, vor allem aus Sicht der grünen Politikerin. Allerdings scheint auch die – allgemein als vernünftig bezeichnete – Politikerin keine Ahnung von der Realität zu haben. Denn in den Kleinstädten des Landes Niederösterreich wird bereits jetzt kräftig in den Kurzparkzonen abgezockt. Und oft viel strenger kontrolliert als in der Bundeshauptstadt. Weil dort die Überwachung an private Sicherheitsfirmen ausgelagert sind, die ihren Umsatz verdienen müssen und zusätzlich noch Geld in die städtischen und gemeindeeigenen Säckel spülen sollen.

Die Verkehrslawine der Pendler – mehr als eine halbe Million nach Wien, mehr als 100.000 von Wien nach Niederösterreich – ist mit Parkpickerln und anderen Abgaben nur bedingt in den Griff zu bekommen. Aus einem einfachen Grund: Die öffentlichen Verkehrsmittel sind nicht leistungsfähig genug, wenig attraktiv und nicht gerade billig. Dies ist wohl einer der Hauptgründe, warum in den Haupteinzugsrouten der tägliche Verkehrsinfarkt programmiert ist.

Erschwert wird die Situation dadurch, dass gerade Niederösterreich am Stadtrand von Wien massiv Flächen umgewidmet hat, um Einkaufszentren anzusiedeln. Just entlang jener Routen, wo es nun täglich staut und stinkt.

Aber alle diese Fakten bleiben in den Argumenten der Damen und Herren Politikschaffenden unerwähnt. Hauptsache man kommt mit originellen Sprüchen in die Medien. Vor allem, wenn man damit die Schrebergärtnermentalität im Land bedienen kann.

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Schlagworte: Abzocke, Abzockerei, Österreich, Gesetz, Grüne, Madeleine Petrovic, Medien, Niederösterreich, Parkpickerl, Parkraumbewirtschaftung, Pendler, Politik, SPOE, Stadt, Verkehr, Wien, Zwangsbeglückung,

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3 Kommentare zu Parkpickerl-Debatte: Der Kampf der Politik-Schrebergärtner

  1. Hugo Gold sagt:

    dummer Populismus made by GrünInnen

  2. susanne schaufler sagt:

    dauerparkkarten/innenstadt (ausnahmeberechtigungen) gibt es zb auch schon in st.pölten lange (preislich nicht sehr viel günstiger als die wiener „jahresplakette“) und in krems vermutlich auch, die fr.P. sollt sich vlt mal genauer schlau machen, bevor sie groß tönt….
    http://www.st-poelten.gv.at/Content.Node/buergerservice/bewohnerparkberechtigung1.php

  3. tja, denke, politiker sollten sich VOR aussendungen über das abzuhandelnde thema schlau machen. oftmals genügt es mal mit dem auto in eine stadt zu fahren . . .
    in eine kleinstadt, oder, wenn man die möglichkeit hat, mal st. pölten einen besuch abzustatten, politiker tun dies ja, haben aber einen tiefgaragenparkplatz, kostenlos, daher fällt das andere rundum nicht auf . . .
    ist wie bei pensionen . . .
    „unsere pensionen sind sicher“, ja, das wissen wir, die pensionen der politiker sind sicher . . .
    und so ist es genauso mit den parkgebühren . . . deren parkplätze sind kostengünstig . . .

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