Originelle Politik: Der 15-Meter-Super-Radweg am Alsergrund…

Was wie ein Aprilscherz aussieht ist Realität. Ein knapp 15 Meter langer Radweg beim Spittelauerplatz am Alsergrund. Eine verhaltensoriginelle Entscheidung der örtlichen Politikschaffenden, die wahrscheinlich auch noch stolz darauf sind.


Schildbürgerstreich der Politikschaffenden: der Super-Radweg am Spittelauerplatz in Wien-Alksergrund mit knapp 15 Metern Länge. © Christian M. Kreuziger

Nein, des Volkes Stimme über die neueste verkehrspolitische Entscheidung in Wien-Alsergrund kann man nicht zitieren. Das wäre ehrenrührig. Aber dass der neue Radlweg eine veritable Schnapsidee ist, die wahrscheinlich ein paar Tausender an Steuergeld verschlungen hat, das kann man schon mit Fug und Recht behaupten. Ein Radlweg um die Ecke, fein säuberlich mit Bodenmarkierungen versehen und wahrscheinlich enthusiastisch nach dem Beschluss in der Sitzung der Bezirksvertretung gefeiert.

Dass die verkehrspolitischen Maßnahmen im neunten Bezirk die Grenze zur Schikane mittlerweile weit überschreiten und auch noch mehr Unfälle produzieren, als es vor den eigenartigen Umbaumaßnahmen mit fremden Geld gekostet haben, gurren mittlerweile die hunderten Tauben von den Alsergrunder Dächern. Dass die geschätzte Frau Bezirksvorsteherin Martina Malyar vollkommen uneinsichtig ist und die Entscheidungen, die getroffen wurden, auch dann noch vehement verteidigt, wenn bereits das Gegenteil der Wirkung bewiesen ist, kann man ja noch nachvollziehen. Denn Fehler zugeben, das ist nicht der Stil der österreichischen Politik.

Sogar in der ORF-Sendung „Wien Heute“ hat erst vor wenigen Tagen die gelernte Volksschulpädagogin Malyar den unsicheren und schikanösen Fußgeherübergang in der Porzellangasse bei der Thurngasse verteidigt und als sicher bezeichnet. Darüber wurde ja schon gesudert, und darüber wird wahrscheinlich noch gesudert werden. Denn diese Schikane gefährdet gleichermaßen Fußgeher, die Tramfahrer und die Automobilisten im Bezirk.

Nun hat die Bezirkskaiserin also ein neues Schildbürgerstück ausarbeiten lassen und realisiert. Auf Kosten der Steuerzahler. Das ist ein starkes Stück, finden die Anrainer und freuen sich schon auf die nächsten Wahlen.

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Schlagworte: Alsergrund, Gesetz, Martina Malyar, Politik, Radweg, Sicherheit, SPOE, Stadt, Steuergeld, Verkehr, Wien, Zwangsbeglückung,

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8 Kommentare zu Originelle Politik: Der 15-Meter-Super-Radweg am Alsergrund…

  1. Volker Plass sagt:

    Das ist kein Radweg, sondern eine Bodenmarkierung. Das Hinmalen dieser Linie kostet vielleicht hundert Euro und wer nicht weiß, wie wichtig auch ganz kurze Markierungen dieser Art sind, beweist nur, dass er nie in Wien mit dem Radl unterwegs ist.
    Wenn die Herrenfahrer mit ihren Sportwagerln solche Kurven allzu sportlich nehmen, kanns für die Radler schon mal eng werden. Da hilft so eine Sperrlinie ein bissl was …

  2. David Koschier sagt:

    Also ich bin selbst Vereinsfahrer ( Rennrad) aus Kärnten und bin aufgrund familiärer Situationen öfters in Wien mit dem Fahrrad unterwegs!

    Und solch ein Radweg ist umsonst, auch wenn er „nur“ ein paar hundert Euro kosten mag!

    Wenn man in Wien nicht riskant Radfahren kann, hat man in Wien sowieso nichts auf der Straße verloren!
    Und alle anderen Radfahrer fahren sowieso am Gehsteig oder schieben es bei brenzligen Passagen!

    Insofern Radweg umsonst!

    Dixit!

  3. hu sagt:

    Es ist kein Radweg sondern ein Mehrzweckstreifen.

  4. Alsergrunder sagt:

    Der Artikel strotzt vor Halbwissen, Unwissen und Unverständnis der Situation.

    Es ist auch augenscheinlich, dass der Autor kein Radfahrer ist (zumindest nicht in diesem Bereich unterwegs ist), weil eigentlich ist die Situation recht klar:
    Ein Radfahrer, der von der Gussenbauergasse (dort ist Radfahren gegen die Einbahn erlaubt) kommt, hat ohne Markierung bei dieser Kreuzung ausschließlich die Möglichkeit in die Grundlgasse abzubiegen. Mit dieser Markierung darf er auch rechts in die Nordbergstraße fahren.
    Bei einer Verkehrslösung einen 15 Meter-Abschnitt herzunehmen und nicht die Gesamtsituation anzuschauen, fällt nicht unter Kritik, sondern tatsächlich unter undifferenziertes Sudern.
    Da passt es sehr gut ins Bild, dass der Autor den Unterschied zwischen Mehrzweckstreifen und Radweg nicht kennt.

  5. Der Herr Sowieso sagt:

    @Volker Plass: Also bitte, Sie glauben ja nicht ernsthaft dass der Mehrzweckstreifen nur 100 Euro kostet oder? Allein die Anfahrtszeit der Firma und die Arbeitsstunde machen mit sicherheit schon mehr aus. Und ganz ehrlich, bevor sie sowas machen – un der Streifen is vollkommen Sinnfrei, kein Mensch kann das vernünftig rechtfertigen – könnens die Euros dafür lieber nach Japan schicken. Da habens jetzt ärgere Probleme und täten sich sicher freuen wenns paar Euro haben.

    Lächerlich sonst gar nix!

  6. Ruei sagt:

    Das ist kein RADWEG und hat auch nicht tausende Euro gekostet – das Gesudere ist also komplett sinnlos.

  7. leckse sagt:

    Wenn schon Kritik üben, dann fundiert, denn auch das „Vorrang geben“-Schild steht hier nur für Radfahrer. 😉

    Aber hier im Knotenbereich eine Radverkehrsführung gegen die Einbahn zu verdeutlichen, sieht mir vernünftig aus.

  8. Marcus Gremel sagt:

    Auch ein kurzer Mehrzweckstreifen ist besser als kein Mehrzweckstreifen. Er verdeutlicht die mögliche Präsenz von RadlerInnen auf der Fahrbahn und gibt ihnen ihren eigenen Raum. Dadurch wird die Sicherheit im Straßenverkehr gesteigert.
    Was aber wohl der eigentliche Grund ist, der den Autor zum Sudern bringt, ist, dass durch die Markierung auch das dort tagtäglich praktizierte illegale Parken im Kreuzungsbereich hervorgehoben und dadurch meistens verhindert wird. Auch hier geht es um eine Sicherheitsmaßnahme. AutofahrerInnen, die ihr Auto illegal im Kreuzungsbereich parken, zerstören jegliche Sichtbeziehung zwischen FußgängerIn und AutofahrerIn/RadlerIn in der Kreuzung und sorgen damit für Unsicherheit. Auch aus diesem Grund ist diese Maßnahme zu begrüßen.

    Das Gesudere wegen dem FußgängerInnenübergang entbehrt jeglicher Rationalität. Tatsache ist: Sämtliche VerkehrsexpertInnen beurteilen den Übergang in der Porzellangasse als sicher. Wenn einE AutofahrerIn nicht schaut, ob eine Bim kommt, wenn sie auf den Gleiskörper fährt, dann kann sie mit der Straßenbahn zusammenstoßen und zwar vollkommen gleich, ob da jetzt ein FußgängerInnenübergang ist oder nicht.
    Tatsache ist auch, dass FußgängerInnen schon früher die Straße dort gequert haben. Jetzt können sie das auf einem Zebrastreifen tun. Auch das bedeutet einen Gewinn an Sicherheit. Ähnliche Beispiele (unterbrochene Zebrastreifen mit Aufstellflächen, falls eine Bim kommt) gibt es zu Hauf in Wien und sogar am Alsergrund (Nußdorferstraße) und sie funktionieren seit Jahren.
    Ja, durch die Verschwenkung, die notwendig war, um die Aufstellflächen zu realisieren, müssen sich manche AutofahrerInnen etwas einbremsen. Mit 70 km/h durch die Porzellangasse geht sich jetzt nicht mehr aus. Aber wer findet das schlecht?
    Also ich sicher nicht.

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