Marokko-Plakate: Herr August Penz entschuldigt sich.

Mit dem Plakatslogan „Heimatliebe statt Marokkaner-Diebe“ hat sich der FPÖ-Mann und Hotelier August Penz nicht gerade mit Ruhm bekleckert. Jetzt rudert der Innsbrucker Politiker zurück. Bemerkenswert: Er entschuldigt sich und übernimmt die Verantwortung. Was bei seinen Hardcore-Fans wahrscheinlich nicht gut ankommen wird.

„Ich, August Penz möchte mich hiermit ausdrücklich von der Plakatkampagne „Heimatliebe statt Marokkaner-Diebe“ distanzieren, sowie für den Inhalt und die Formulierung entschuldigen. Ich übernehme dafür persönlich und alleine die Verantwortung,“ erklärt der Spitzenkandidat der FPÖ, August Penz gegenüber dem ORF.

Ob diese Erklärung reichen wird, um die Affäre zu beenden, darf allerdings bezweifelt werden. Denn der Innsbrucker Hotelier hat sich nun in eine Zwickmühle gebracht. Einerseits ist das besonders bei der FPÖ beliebte Spiel, zuerst mit mehr als fragwürdigen Parolen zu agieren, für die man sich „meinetwegen entschuldigt“ bereits zu lange üblich, um noch glaubhaft zu sein. Vielmehr sieht diese Vorgangsweise nach wohl überlegter Strategie aus. Andererseits dürften die Fans von Strache und Co. nicht gerade erfreut sein, wenn sich ihre Führer entschuldigen (müssen).

Herr August Penz aus Innsbruck, der mit seiner Entschuldigung wohl auch Schaden für seine Hotels abwenden muss, hat zwar die Verantwortung für die Plakate übernommen. Eine Verantwortung jedenfalls kann ihm niemand abnehmen: Jene für seine Unterstützer, die sich mehr ein- als zweideutig in Postings äußern, die knapp am Strafrecht vorbeischrammen. Auch fiese FPÖ-Sympathisanten, die mit unterschiedlichen und häufig wechselnden Namen eifrig in sozialen Netzwerken wie Facebook ihre Ansichten äußern, tragen Politiker wie Strache, Penz und Parteigenossen ebenfalls die Verantwortung. Denn gerade diese kalkulierten Parolen geben den rechtsrechten und radikalen Befürwortern des Führerprinzips ihre Legitimation, sich lautstark an der Menschenhatz gegen Minderheiten zu beteiligen.

Doch dafür werden sich die Herren der angeblichen Heimatpartei wohl nie entschuldigen. Weil für sie Führung scheinbar wenig mit Führungsverantwortung zu tun hat.

Einige August Penz-Fans im Wortlaut:

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Schlagworte: Antisemitismus, August Penz, Österreich, facebook, FPÖ, Innsbruck, Kampfrhetorik, Marokko, Plakate, Politik, Tirol, Wahlkampf,

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2 Antworten zu Marokko-Plakate: Herr August Penz entschuldigt sich.

  1. tja, diese „übermenschen“ . . . .
    eigentlich dachte ich, ich kann menschen einschaätzen, dachte, der braune abschaum gährt unter einer dicken decke von parteien wie deer fpö.
    nun bin ich überrascht daß sie sich auch öffentlich zeigen ud öffentlich ihre meinungen präsentieren.
    was ich nur nicht verstehe, wrum ist die staatsanwaltschaft nicht in der lage solche üußerungen, wie auch hier oben angeführt, strafrechltich zu verfolgen . . .
    wiederbetätigung, verhetzung ect. . . .
    oder sind sie blind . . .
    oder von oben gebremst ??

    aber vorratsdatenspeicherung, die ist enorm wichtig . . .
    sie schaffen es ja nicht mal die hochoffiziellen und nicht versteckten angriffe auf unseren staat, unsere demokratie, zu erkennen !!

  2. Ist es legitim, dass ich Susanne Bachers letzten Kommentar (in mehrerlei Hinsicht) etwas bedrohlich finde? Andererseits – sie gibt ja selbst zu, dass sie nicht sonderlich gescheit ist…

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