Lohnendes Gesetz: Drei Euro pro Zentimeter Hundstrümmerl.

Wien wird sauberer, und das ist auch gut so. Dass das so ist, ist auch der Hundstrümmerl-Polizei der Stadt zu verdanken. Die straft nämlich gnadenlos. Selbst dann, wenn es sich um ein entschuldbares Versehen von Hundehaltern handelt.

Dogge Lea und Yorkshire Terrier-Hündin Emily: das 12-Zentimeter-Hundstrümmerl Emilys kostet 36 Euro. Null Toleranz inklusive. © Christian M. Kreuziger

Frau Renate, der Suderer hat ja schon darüber berichtet, ist stolze Besitzerin einer deutschen Dogge und einer Yorkshire Terrier-Hündin. Jedenfalls ist Frau Renate, die in der Hundeauslaufzone im Prater wohlbekannt ist, wieder einmal unterwegs, um ihre Hunde zu entleeren. Pflichtbewusst, wie Frau Renate ist, hat sie zuerst die gutmütige Dogge nach dem Aussteigen aus dem Auto angeleint.

Diesen Augenblick der unteilten Aufmerksamkeit beim Anleinen hat ihre kleine Yorkshire Terrier-Hündin heimtückisch und hinterhältig genutzt, um sich in der Wiese zu erleichtern. In Form eines etwa zwölf Zentimeter langen Verdauungsproduktes. Frau Renate hat dies nicht bemerkt, zwei Hundstrümmerlpolizisten – ein Mann und eine Frau – hingegen schon.

Die haben, ganz amtlich und streng nach Vorschrift, ein Organmandat über 36 Euro verhängt und Bares gefordert. Das Geld hatte Frau Renate allerdings nicht dabei. Das war ihr peinlich, den städtischen Kontrollorganen egal. Auch den Ausweis hatte Frau Renate nicht bei sich. Grund genug, zumindest für die Angehörigen der städtischen Mistwache, die man neuerdings „Waste Watcher“ nennt, unbarmherzig einzuschreiten.

Unbarmherzig heißt in diesem Fall, nicht auf das Angebot der Hundstrümmerlbeseitigung einzugehen, denn da könnte ja jeder kommen. Unbarmherzig auch, gleich mit massivem Einsatz mehrerer Einsatzkräfte zu drohen. Denn für die Identitätsfeststellung müsse man die Polizei rufen, was damit enden könnte, dass auch die Tierrettung oder andere Spezialisten gerufen werden müssten, um die Dogge einstweilen in Verwahrung zu nehmen. Denn die Polizei müsse Frau Renate wahrscheinlich in die nächste Inspektion mitnehmen, um dort ihre Angaben amtlich zu prüfen. Wie das eben bei schwerwiegenden Gesetzesübetretungen so der Brauch ist, in Wien, wie der Dame erklärt wurde.

Frau Renate hatte in dieser Situation allerdings Glück. Sie hatte ihr Handy dabei, ihr Herr Gemahl war erreichbar und auch abkömmlich und konnte sie auslösen. Mit 36 Euro.

Darauf sind die Dame und der Herr der Hundstrümmerlpolizei jetzt wahrscheinlich sehr stolz. Freuen wird sich nun auch die Säckelwartin der Stadt Wien, weil wieder ein paar Euros in die Stadtkassa geklimpert sind. Denn die kann man gut gebrauchen. Für lustige Straßenmalereien zum Beispiel, oder auch für andere Sachen, die uns Bürgern so gut gefallen. Verbotszeichen zum Beispiel.

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Schlagworte: Abzocke, Gesetz, Hund, Hunde, Hundezone, Polizei, Prater, SPOE, Stadt, Wien, Zwangsbeglückung,

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5 Kommentare zu Lohnendes Gesetz: Drei Euro pro Zentimeter Hundstrümmerl.

  1. Johann Schmit sagt:

    Frau Renate steigt aus einem Auto aus und hat kein Bargeld und keinen Ausweis bei sich. Hat die gute Frau mit ihren beiden Scheiß-Hunden im Auto gewohnt oder ist sie mit dem Auto vorgefahren. Wenn gefahren, dann ohne Führerschein. Dann sollte die gute Frau doch froh sein, dass sie mit 36 Euro davon gekommen ist.

  2. Brilli Paralia sagt:

    Sehr geehrter Herr Schmit!

    Waren Sie ausgeschlafen als Sie Ihren Kommentar verfasst haben?

    A) Es gibt Bankomatkarten, Bargeld ist also nicht notwendig;
    B) es soll vorkommen, dass ein Führerschein von manchen sogenannten „Wachorganen“ nicht akzeptiert wird.

  3. Sonja R. sagt:

    Mich wollten diese sog. Hundstrümmel-Polizei strafen, bevor meine Hunde etwas auf der Wiese hinterlassen haben und ich die Möglichkeit hatte, es zu beseitigen. Ihre Ausrede war für das vorzeitige Bestrafen, Sie sehen ja nicht, wo ein Hund scheißt, weil es finster ist. Meine Antwort: Ich schon und hielt Ihm die aufgedrehte Taschenlampe vor sein Gesicht und somit war er verschwunden. Ich finde es gut, dass kontrolliert und gestraft wird, aber es sollte Gerecht und Fair sein.

  4. Franz Z. sagt:

    Gesudere in Perfektion 🙁

    Das erinnert mich an die Empörung, als eine Mutter bei Rot, mit Ihrem Kind, beide am Rad, im Bereich Praterstern und mitten im Berufsverkehr die Kreuzung überquerte. Zum Leidwesen der Polizisten die diese Mutter zurecht mit einer Geldstrafe belohnten, war dies eine Journalistin die sich ebenfalls nicht ausweisen konnte. Falsch die Raktion die Polizisten noch mit netten Worten zu versehen und nicht das falsche Verhalten einzugestehen. Richtig, die Identitätsfeststellung, Falsch die Empörung auch aus der lokalen Politik.
    Das Kind hat hoffentlich gelernt, als Fussgänger, Radfahrer oder Autolenker die Rote Ampel zu beachten und haltet sich hoffentlich in Zukunft nicht mehr an den Trampel von Mutter.

    Genau so sehe ich das mit dieser Geschichte. Hoffe die Dame weiss in Zukunft, Fahren nur mit Führerschein, der in Österreich auch als Ausweis dient. Privat hab ich die meissten der Ordungskräfte zumeist als freundlich kennengelernt aber auch als sehr direkt erlebt, nachdem sie blöd angesprochen wurden.

    Da es sich hier aber als ausgewiesenes „Gesudere“ handelt, könnte die Geschichte ja auch als denkanstoss für diese „Dame“ gedacht sein – oder ???

  5. anton posaner sagt:

    Sofern diese Geschichte nicht komplett verdreht oder frei erfunden ist, fuhr die werte Dame offensichtlich ohne Fuehrerschein und ist nicht in der Lage ihre beiden Hunde gleichzeitig zu beaufsichtigen.
    Kein Mitleid.

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