Herr Kurt Scheuch und das verstellbare Augenmaß…

Der Landeshauptmann-Stellvertreter Kärntens offenbart wieder einmal, wie verhaltensoriginell manche Politikschaffende sein können. Und auch, was er von Pressefreiheit hält. Nach dem Motto: Austeilen, aber niemals einstecken.

Der Herr Ingenieur Kurt Scheuch, immerhin zweiter Mann im Lande Kärnten, bot in der Sendung „Zeit im Bild“ des ORF ein mehr als jämmerliches Bild. Er fühle sich, sagt er, vom APA-Fotografen Gerd Eggenberger „verfolgt“, er hätte ihm „dreimal aus vier Zentimetern Entfernung ins Auge geblitzt“ und hätte sich ihm – dem Landeshauptmann-Stellvertreter – in den Weg gestellt.

Dieser Auftritt ist für den Herrn Kurt Scheuch allerdings dumm gelaufen. Denn der Sender „ATV“ hat die Szene auf Video und auf Sendung gebracht. Alle Vorwürfe des Herrn Kurt Scheuch sind damit eindeutig falsifiziert. Dass dieser FPK-Politikschaffende auch im ZIB-Interview trotz des Videobeweises konsequent und beharrlich behauptet, dass er aus vier Zentimetern Entfernung ins Auge geblitzt worden sei, lässt nur den Schluss zu, dass der Herr Ingenieur über eine Art „verstellbaren Augenmaßes“ verfügen muss. Denn unsereiner kann auch beim wiederholten Betrachten der Szene nicht feststellen, dass die behauptete Distanz stimmen könnte.

Dieser neuerliche – und ungeheuerliche – Vorfall zeigt wieder einmal mehr, was die Herren in Kärnten von Medienfreiheit halten. Er zeigt aber auch, dass der Umgang mit der Wahrheit dieser Politikschaffenden hinterfragenswert ist. Aber das werden wohl demnächst die Gerichte zu klären haben, bei denen derzeit ja einige Verfahren anhängig sind.

Hinterfragen sollten aber auch die Wählerinnen und Wähler in Kärnten, ob diese Herrschaften, die sich auch so aufführen, als würden sie das Recht der Gerichtsbarkeit innehaben, überhaupt geeignet sind, ein Bundesland zu regieren. Denn wer vier Zentimeter mit wahrscheinlich mindestens einem halben Meter verwechselt, verwechselt möglicherweise auch anderes. Mit ungeahnten und teuren Folgen für das Land, und damit auch für die gesamte Republik.

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Schlagworte: APA, ATV, FPK, Gerd Eggenberger, Kärnten, Kurt Scheuch, Medien, Politik, Pressefreiheit, ZIB,

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2 Kommentare zu Herr Kurt Scheuch und das verstellbare Augenmaß…

  1. Harri sagt:

    Na, „einstecken“ könnens schon, die FPKler…

  2. Simi sagt:

    Ich habe mir das Video jetzt ein paarmal angesehen und kann die Ausführungen des Hrn. Scheuch nicht nachvollziehen. Unser Kollege Eggenberger kann ihm gar nicht ins Auge blitzen, da sich an seiner Kamera gar kein Blitzgerät befindet. Kann es sich hierbei um eine Sinnestäuschung seitens Kurt Scheuch handeln?
    Den Presserummel finde ich eher unüblich: dass sich nur zwei Fotografen und ein (oder zwei) Kamerateams um eine Politiker scharen ist eher die Ausnahme. Bei uns am Land ist der Andrang bei der Eröffnung eines Radständers jedenfalls höher…..
    Kann es sein, dass die Anschuldigungen von Hr. Scheuch eher eine Reaktion darauf ist, dass er vielleicht medial zu wenig Beachtung findet?
    Wie stressresistent würde dieser Herr reagieren, wenn man ihm einem grossen Andrang von Journalisten aussetzt ???

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