Frau Annemarie ist zornig. Weil man sie abzocken will.

Die Methode ist nicht ganz neu, aber scheinbar wirkungsvoll: Ein deutsches Inkassobüro mahnt 157,71 Euro ein und droht mit dem Anwalt. Für eine angebliche Anmeldung auf einer dubiosen Website. Der angebliche Beweis: Eine IP-Adresse und das Datum samt Uhrzeit der angeblichen Anmeldung. Allerdings: Die Daten sind frei erfunden…

Eindrucksvollen Mahnschreiben, allerdings ist die IP-Adresse eine plumpe Fälschung.

Das Unternehmen nennt sich „PROINKASSO“, gibt einen Firmensitz in Neu-Isenberg in Deutschland an und verwendet sogar eindrucksvolle „Aktenzeichen“. 157,71 sei man dem Betreiber der Website „www.p2p-heute.com“ schuldig, der Betrag sei innerhalb von sieben Tagen einzubezahlen.

Als Geschäftsführer wird ein Herr „Stefan Straßburg“ angegeben, der in der deutschen Inkassolandschaft nicht ganz unbekannt ist. Laut einer Meldung der „Frankfurter Rundschau“ wurde dieses Unternehmen bereits 2005 aus dem „Bundesverband der Inkasso-Firmen“ ausgeschlossen, auch die Konsumentenschutzseite „www.adressbuchbetrug-info.net“ warnt eindringlich vor dieser Abzockerei.

Möglicherweise ist der Markt in Deutschland nicht mehr ergiebig genug, jedenfalls wird munter in Österreich weiter mit dubiosen Mahnschreiben des Inkassobüros weiter abgesahnt. Damit auch jene ein Schärflein zum Erfolg dieser „Geschäftsidee“, die man als versuchten gewerbsmäßigen Betrug bezeichnen könnte, beitragen, hat dieser Herr Geschäftsführer offenbar eine weiter Falle für jene Menschen aufgestellt, die telefonisch gegen den Inkassobrief Einspruch erheben wollen. Mithilfe einer Mehrwertnummer, die den Anrufer satte 42 Cent (aus Deutschland) pro Minute kostet.

Frau Annemarie aus Wien-Leopoldstadt jedenfalls, die wird sich nicht abzocken lassen. Sondern eine Sachverhaltsdarstellung an die Behörden schicken. Auch, um andere potentielle Opfer vor den Machenschaften dieses Herrn und seiner Inkassofirma zu schützen.

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Schlagworte: Abzocke, Abzockerei, Gesetz, Justiz, Polizei, PROINKASSO, Sicherheit, Stefan Straßburg, www.p2p-heute.com, Zwangsbeglückung,

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