FPÖ – die gefährliche Parallelgesellschaft

Ein gewisser Herr August Penz, der in Innsbruck für die Freiheitlichen kandidiert, hat originelle Plakate texten lassen. Die Folge: diplomatische Verwicklungen, Strafanzeigen wegen Verhetzung und der Aufruf auf Facebook, seine Hotels zu boykottieren. Was dieser Herr August noch mit seiner Plakataktion gezeigt hat: Die FPÖ hat sich zu einer gefährlichen Parallelgesellschaft entwickelt.

Das FPÖ-Wahlplakat in Innsbruck sorgt für Protest im Inland und diplomatische Interventionen in Marokko.

Die Diktion der FPÖ-Wahlplakate sorgt regelmäßig für Aufregung im Land. Mit billigen und wenig originellen Slogans zeigen die Angehörigen der mittlerweile zur Mittelpartei angewachsenen Freiheitlichen regelmäßig, welche Ideologie sie vertreten. Auch die Reisen der Spitzenrepräsentanten zu international geächteten Politikern mit eigentümlichen Regierungsformen weitab jeglicher demokratischer Strukturen machen deutlich, welche Ziele und Allianzen sich da gebildet haben.

Abseits der flotten Maulhelden-Sprüche in den Bierzelten und Wirtshaussälen sieht es allerdings noch erschreckender aus. Da gehören Sprüche wie „…ich mache meine Gemeinde bald ausländerfrei, deshalb hab’ ich mir ein neues Gewehr gekauft“ oder „die Muftis schick’ ma z’ruck, und zwor ohne lang zu fackeln“ gehören dabei zum Alltag. In seltenen Fällen muss – weil der mediale Druck zu groß wird – die Mutterpartei der angeblich Heimattreuen die Notbremse ziehen und den einen oder anderen fröhlichen Sprücheklopfer ausschließen. Zum Beispiel einen Polizisten, der verdächtig ist, dem rechtsradikalen Lager anzugehören. Oder einen anderen, der miese Nazipropaganda auf seiner Homepage, also seiner „Heimatseite“, unters Volk bringt.

Nicht alles, was von den Hirnen der blauen Parteigenossen entwickelt wird, findet seinen Weg in die Öffentlichkeit. Man muss davon ausgehen, dass auch unter den Freiheitlichen partiell hoch intelligente Strategen vorhanden sind, die genau wissen, wie man des Volkes Befindlichkeit deutet, um Nutzen daraus zu schlagen. Und zwar ohne unangenehm aufzufallen. Diese Gruppe, so darf man ruhig annehmen, will an die Futtertröge der Macht, des Geldes und des politischen Einflusses. Dafür brauchen sie viele unzufriedene Bürger, die gegen die „Altparteien“ Proteststimmen verteilen. Zugunsten einer gefährlichen Parallelgesellschaft, wie man die Masterminds der FPÖ wohl nennen muss.

Das sollte ein wenig zu denken geben.

Link: Die Facebook-Gruppe, die zum Boykott der Penz-Hotels aufruft.

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