Die Grünen nennen mich „Senior“. Das ist irgendwie gemein.

Herr Peter Wilhelm Wiesinger, geboren 1948 in Ernstbrunn/Niederösterreich, ist laut Selbstbeschreibung auf Facebook für den Aufbau der Seite für „Grüne Senioren“ verantwortlich. Das ist sein gutes Recht. Falls man bei den Grünen in diesem Alter zum alten Eisen zählt. Keinesfalls ist es aber sein Recht, bereits 45-Jährige als „Senioren“ zu bezeichnen. Schon gar nicht mich, der immerhin auch erst 55 Jahre auf dem Buckel hat.

Das Ansinnen der Grünen, auch jene, die in ihren Augen zum alten Eisen zählen, auch mit „social media“ in Berührung zu bringen, ist irgendwie berührend. Überhaupt sind die meisten Ideen dieser Partei ziemlich originell. Das geforderte Verbot der Zigarettenautomaten zum Beispiel. Das Erlauben des kleinen Glücksspiels auch, das dazu führt, dass immer mehr Lokale in Mikrokasinos umgewandelt werden und den Süchtigen den letzten Kredit-Euro aus dem Tasch’l ziehen. Die in drei Jahren auch schon als Seniorin zu bezeichnende Doktorin Eva Glawischnig besticht in letzter Zeit manchmal mit ihrer Seniorenmann- und -frauschaft ja durchaus mit lustigen politischen Forderungen, zu denen nun eben die Förderung der senilen Trotteln wie unsereinem dazukommt.

Spätestens ab 50 ist man Senior. Bei den Grünen Österreichs.

Möglicherweise haben da ein paar Bobos aus der Josefstadt, halbwüchsig und möglicherweise sogar als Gehsteig-Radl-Rowdies unterwegs, etwas missverstanden. Wir Alten, also wir Senioren, sind nämlich gar keine. Senior ist man – vielleicht – ab 70. Aber vielleicht ist das bei den Grünen ja anders. Man muss uns, die um die Mitte des vergangenen Jahrhunderts geboren wurden, auch nicht beibringen, dass es Computer und Microwave gibt, wir haben auch meist keinen großen Bedarf an Sitzplätzen in der Bim, die rotzfreche Kids ohnehin für sich beanspruchen, wir sind auch schon erwachsen genug, um selbst zu entscheiden, ob wir zwei Achtel trinken wollen oder unser Leben mit Zigaretten verkürzen. Wir brauchen auch keine speziellen „Altenrechte“ nach dem Vorbild der „Kinderrechte“.

Aber vielleicht brauchen das die alten „GrünwählerInnen“ ab 45 oder 50, als kleine und  politisch zu schützende Minderheit, denen man soziale Netzwerke, vielfältige Buntheit und Rat für die Angehörigen ermöglichen muss…

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5 Kommentare zu Die Grünen nennen mich „Senior“. Das ist irgendwie gemein.

  1. Johann Schmit sagt:

    Lieber Suderer, also mit 55 Lenzen kein Senior, aber doch sicherlich auch kein Junior. Was dann? Ein „Fuchzerl“ klingt auch nicht aufbauend. Und überhaupt. Was ist an SENIOR so abwertend?

  2. hugo gold sagt:

    solange ich hackeln gehen muß und riesige beträge an die finanz abliefern muß möchte ich nicht, schon gar nicht von ein paar weltfremden grünInnen, als senior bezeichnet werden.

  3. friedrich hahn sagt:

    nur um es richtig zu stellen: die grünen haben das kleine glücksspiel NICHT erlaubt.
    sondern im gegenteil immer bekämpft, was ja schließlich auch gelungen ist. ansonst frag ich mich, was das ganze gesudere soll. wenn du was gegen die grünen hast, find ich es höchst seltsam und fast bezeichnend, dass du das am begriff der seniorInnen festmachst. polemisieren nur um zu sudern….?)! wenn es dich glücklich macht. aber bleib dabei wenigstens bei der wahrheit.

  4. Eliza Faulhammer sagt:

    Ich wurde an der Uni schon mit 40 als Seniorin bezeichnet, als ich noch meinen Sohn gestillt habe. Ich hasse das, auch jetzt, mit 55 finde ich mich noch nicht in dieser Schablone. Da sollte ein Umdenken her, denn welche Kriterien werden da angewendet? Ich versorge nach wie vor Kind plus 2 Jugendliche, lief vor kurzem noch Halbmarathon und muss überall die selbe Leistung bringen….Ein Senior/ Seniorin ist für mich wesentlich älter, wenn überhaupt.

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