Bundesheer 2011: Statt einer Parade ein Aufruf zur Demo

Uniformen wird man am 17. Februar 2011 auf dem Ballhausplatz wohl wenige sehen. Das verbietet nämlich das Gesetz. Dennoch machen derzeit Soldaten und deren Anhänger mobil und rufen zu einer Demo auf. „Zum Schutz des Bundesheeres“.

Die Garde wird wahrscheinlich nicht aufspielen dürfen, wenn Soldaten aus dem Aktivstand und der Miliz am 17. Februar um 16:00 Uhr den Heldenplatz besetzen. Auch die Verstärkung ist gerade dabei, sich zu formieren: Der Kameradschaftsbund soll ebenso bereits aktiv zur Teilnahme aufrufen wie die Gesellschaften der Offiziere und der Unteroffiziere. Noch zurückhaltend: Die Interessengemeinschaft der Berufsoffiziere. In einem Statement auf der Homepage wird vermerkt:

„Der Vorstand der IGBO kennt derzeit weder alle Initiatoren und Mitwirkenden der Plattform, die genauen Ziele der Veranstaltung noch deren gedachten Verlauf und kann daher zu diesem Zeitpunkt keinerlei Empfehlungen dazu abgeben. Weitere Entscheidungen wird der Vorstand nach Prüfung aller Faktoren verlautbaren.

Diese Demo ist bemerkenswert. Schließlich kommt es äußerst selten vor, dass einmal für und nicht gegen das Heer demonstriert werden soll. Bemerkenswert auch deshalb, weil die letzte vergleichbare Demonstration – jene der Wiener Polizeibeamten – gegen den damaligen Innenminister Ernst Strasser gerichtet war. Gegen die Reformpläne des Innenministers demonstrierten im Juni 2002 tausende Polizisten, deren Sympathisanten und – drei ehemalige Innenminister: Erwin Lanc, Karl Blecha und Caspar Einem.

Demo der Polizisten gegen Innenminister Ernst Strasser, unterstützt von drei Amtsvorgängern... © Christian M. Kreuziger

Ob sich ehemalige Verteidigungsminister mit ihrer Anwesenheit bei der Demo solidarisch erklären werden, ist allerdings ungewiss. Zumindest Günther Platter dürfte nicht gerade euphorisch begrüßt werden, denn er wird für das Zerschlagen der Milizstrukturen verantwortlich gemacht und gilt bei ehemals engagierten Milizsoldaten als Wegbereiter für ein Berufsheer.

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Schlagworte: Ballhausplatz, Bundesheer, Demo, Gesetz, Medien, Norbert Darabos, Offiziersgesellschaft, Politik, Sicherheit, Soldaten, Unteroffiziersgesellschaft, Wehrpflicht,

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5 Antworten zu Bundesheer 2011: Statt einer Parade ein Aufruf zur Demo

  1. Georg sagt:

    ich denke, dass sich Herr Lichal nicht zu sehr bitten lassen muß, um zu kommen. (da gabs doch ein Treffen in Salzburg, bei dem Lichal StandingOvations bekam und Herr Minister N.D. nur saloppen Applaus)

  2. Johann Schmit sagt:

    Super, 17. Feber 16:00 Uhr: Kameradschaftsbund und alles was rechts ist auf einem Platz. Eine mögliche Bestandsaufnahme über den Zustand der Republik.

  3. Georg sagt:

    @Mr. Schmit: Danke für die Information „wie leicht man Rechte erkennt“. Apropos, ich habe heute eine Muslime gesehen, die dürfte dann wohl auch der Taliban zuzuordnen sein?

  4. Hans sagt:

    S.g. Herr Schmit!

    Danke das Sie mich und tausende Andere in das rechte Eck rücken nur weil ich Milizsoldat bin und ebenfalls zu dieser Demonstration gehe!!!

    Ich bin nur ein normaler Österreicher der sich um die Sicherheit dieses schönen und sicheren Landes seine Gedanken macht. Das was derzeit in der Politik passiert nur um dumme Wählerstimmen zu bekommen ist eine Frechheit ersten Ranges und ein Verbrechen am Staat Österreich.

    Übrigens ist meine Frau eine Ausländerin und die meisten meiner Freunde sind es ebenfalls! Somit bin ich weit weg von Rechts und diesem Gedankengut!

  5. Stefan sagt:

    S.g. Herr Schmit

    Ihrer kurzen Ausführung nach zu schliessen, ist alles, was sich zum Bundesheer bekennt, dem rechten Lager zuzurechnen. Der Umkehrschluss ist daher, das linke Lager ist gegen das Heer, damit gegen Friedenseinsätze, UN-Einsätze und auch gegen die Hilfestellung des Heeres bei Naturkatastrophen.

    Zu dem viel zitierten „niemals Vergessen“ gehört sicher auch, dass das damalige Heer gegen die eigenen Landsleute mit Waffengewalt vorgegangen ist (kommt ja heute noch in einigen Staaten vor, die man nicht gerade als demokratisch bezeichnen kann). Österreicher, die sich zur Demokratie bekennen, sollten allerdings davon ausgehen können, dass dies, solange diese Staatsform besteht, nicht mehr passieren kann! Dies wird unter anderem auch dadurch gewährleistet, dass junge Staatsbürger aus allen Bevölkerungsgruppen, allen Religionen, mit allen (nicht nur politischen) Neigungen dazu aufgerufen werden, ihren Wehrdienst bzw. Wehrersatzdienst (Zivildienst) zu leisten.

    Reformen sind notwendig, keine Frage. Aber die Abschaffung der allgemeinen Wehrpflicht, hin zu einem reinem Berufsheer, halte ich für den falschen Weg!

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